Niki Lauda gesteht: „Ich habe mein Maturazeugnis einfach gefälscht“

Weil seine Eltern wollten, dass er die Schule abschließt – er aber lieber Rennen fahren wollte – hat Niki Lauda einfach ein gefälschtes Maturazeugnis vorgelegt.

Wien – Ungewöhnliches Geständnis von Rennlegende Niki Lauda: In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ gestand der 63-Jährige jetzt, dass er mit 19 sein Maturazeugnis gefälscht hat.

„Meine Eltern haben darauf gepocht, dass ich die Matura mache. Aber mir hat das alles zu lange gedauert, also habe ich mein Maturazeugnis gefälscht. Alle waren glücklich und ich konnte mich auf das Rennfahren konzentrieren.“

Freimütig gibt der ehemalige Formel-1-Pilot zu, dass er ziemlich dilettantisch bei der Fälschung zugang gewesen sei. „Ich habe es ihnen nur aus der Ferne gezeigt, weil man oben klar erkennen konnte, dass der Name des wirklichen Besitzers mit Tintentod weggemacht worden war. Man hat auf hundert Meter gesehen, dass da was nicht stimmt.“

Die Eltern haben es ihm trotzdem abgekauft und Lauda konnte sich auf seine Rennkarriere konzentrieren. Erst Jahre später – als er schon erfolgreich war – habe er es gewagt, seiner Mutter alles zu beichten. Diese war zu stolz auf ihren Sohn, um ihm deswegen böse zu sein. Ganz im Gegenteil zum Großvater Laudas, der dem jungen Familienspross sogar einen Sponsor vereitelt haben soll. „Er hat immer gesagt, über die Mitglieder unserer Familie solle man auf der Wirtschaftsseite einer Zeitung lesen können, nicht auf der Sportseite.“

Um sich vor dem Großvater zu beweisen, sei ihm jedes Mittel recht gewesen, so Lauda. Dafür habe er auch immer viel riskiert. Als es zu seinem beinahe tödlichen Unfall gekommen sei, habe er sich „gesundgeärgert“.

„Der Priester hatte mir schon die letzte Ölung erteilt, er stand neben mir, ohne mit mir zu reden, weil er gedacht hat, dass ich im Koma bin. Ich hätte erwartet, dass er sagt: ,Lieber Gott, bitte hilf diesem Mann‘ oder so etwas. Hat er aber nicht. Das hat mich so geärgert, dass ich mir vorgenommen habe, jetzt erst recht gesund zu werden. (tt.com)