Automarkt

Porsche feiert Rekorde - China erstmals Absatzmarkt Nummer 1

Das Geschäft von Porsche verlagert sich immer mehr nach China: Im Reich der Mitte erreichte der Stuttgarter Autobauer ein Absatzplus von fast 80 Prozent.

Stuttgart - Angetrieben vom Ansturm auf Luxusautos vor allem in China, den USA und Deutschland hat der Sportwagenbauer Porsche ein glänzendes Startquartal hingelegt. Sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn erreichten zwischen Jänner und Ende März neue Rekorde, wie die Porsche AG am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Eine Zäsur ergibt sich in der Rangfolge der wichtigsten Märkte: China rangiert beim Absatz erstmals in der Porsche-Geschichte vor den USA.

In Asiens Riesenreich mit seiner rasant wachsenden Zahl reicher Menschen setzte Porsche in den ersten drei Monaten 7099 Autos ab, was einem Plus von 79,2 Prozent entspricht. Die USA liegen beim Absatz deutlich dahinter: 6671 Fahrzeuge - plus 15,1 Prozent. Deutschland kommt mit einem Zuwachs von 32,6 Prozent auf 3873 abgesetzte Autos.

30.231 Autos weltweit abgesetzt

Weltweit setzte Porsche im ersten Quartal 30.231 Fahrzeuge ab - plus 29,0 Prozent. Der Umsatz legte um 32,4 Prozent zu und erreichte 3,025 Mrd. Euro. Vor Zinsen und Steuern blieben 528 Mio. Euro, was ein Zuwachs von 18,4 Prozent ist. Den Überschuss teilt das Unternehmen stets nur auf Jahressicht mit. 725 neue Jobs im ersten Vierteljahr sind ein Plus von 4,7 Prozent. Die Porsche-Gruppe samt Töchtern zählte damit Ende März weltweit 16.032 Mitarbeiter.

Einziger Schönheitsfehler in der Quartalsbilanz ist die spürbar gesunkene Umsatzrendite - also das Verhältnis zwischen Erlösen und dem Gewinn vor Zinsen und Steuern. Vor einem Jahr blieben Porsche von jedem umgesetzten Euro knapp 22 Cent operativer Gewinn. Nun sind es nur noch gut 17 Cent. Der Wert liegt aber immer noch klar über dem Ziel von Porsche, 15 Prozent Umsatzrendite zu erwirtschaften.

Ausbau der Forschungszentrale

Hintergrund für das geschmälerte Verhältnis sind aber nicht eine im Kern sinkende Wirtschaftlichkeit, sondern hohe Investitionskosten, die den Erfolg von morgen garantieren sollen. So steckte Porsche im ersten Vierteljahr Millionenbeträge in den Ausbau des Werkes in Leipzig und der Forschungszentrale in Weissach nahe Stuttgart. Auch neue Modelle wie der kleine Geländewagen Macan haben Anlaufkosten.

Die Schwaben wollen bis 2018 rund 200.000 Autos pro Jahr verkaufen. 2011 waren es knapp 119.000 Auslieferungen gewesen. Das glänzende China-Geschäft, das erstmals vor den USA liegt, wird aller Voraussicht nach zum Sommer noch mehr Schub bekommen. Der neue 911 ist im Reich der Mitte erst seit kurzem zu haben. Und da dort die Straßen immer besser werden, greifen die Kunden auch verstärkt zu Porsches Flaggschiff mit wenig Bodenfreiheit. Bisher war vor allem der Geländewagen Cayenne ein Renner - dem Schlaglochkomfort sei dank. (APA/dpa)

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