Landespolitik

Land finanziert künftig gesamte Flugrettung

Von Peter Nindler...

Von Peter Nindler

Innsbruck –Spätestens am Montag soll das Notfallpaket für die Flugrettung unter Dach und Fach sein. Als Zwischenlösung will das Land bis zur Beschlussfassung über ein neues Flugrettungsgesetz mit einer öffentlichen Ausschreibung die Transportkosten aller medizinischen Einsatzflüge übernehmen. Bisher gibt es lediglich einen Vertrag mit dem Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC. „Egal, welcher Notarzthubschrauber den Einsatz fliegt – Patienten, die aufgrund eines medizinischen Notfalls von der Flugrettung betreut werden, sollen künftig keine Rechnung mehr erhalten. Wir wollen eine schnelle und tragfähige Lösung im Sinne der Bevölkerung finden“, erklärte gestern Gesundheits-LR Bernhard Tilg (VP) nach einer Verhandlungsrunde mit den Hubschrauberbetreibern und der Gebietskrankenkasse.

Mit 1,5 Millionen Euro unterstützt das Land Tirol derzeit die jährlich 1100 medizinischen Einsatzflüge des ÖAMTC. Die restlichen Kosten finanzieren die Sozialversicherungen. Zwei Millionen Euro – rund 980 Euro pro Einsatz – haben die Sozialversicherungstarife dafür budgetiert, die Hälfte davon entfällt bereits auf die übrigen Anbieter. Daran wird sich vorerst nichts ändern, einzig das Land wird seinen Beitrag aufstocken. „Wir wollen, dass die gesamte Rechnungsabwicklung zentral abläuft. Der Patient soll davon nichts bemerken“, erklärt Tilg. Hubschrauberbetreiber und das Land wollen medizinische Notfälle direkt abrechnen.

Bis zum Montag werden die Kalkulationen noch einmal durchgerechnet, aber das Land dürfte zur Abdeckung aller medizinisch notwendigen Transporte zusätzlich rund 500.000 bis 750.000 Euro aufwenden. Von der Neuregelung sind weiterhin Sport- und Freizeitunfälle nicht erfasst. Sollten sie nicht über eine Versicherung gedeckt sein, müssen diese Einsätze weiterhin von den Betroffenen bezahlt werden.

Ziel des neuen Rettungsgesetzes ist es, die Zahl der Rettungshubschrauber von 15 auf zehn bis zwölf zu reduzieren . Zu viele Standorte sind u. a. für die teure Flugrettung in Tirol verantwortlich.

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