Causa FC Tirol

Martin Kerschers Berufung wegen 1,8 Mio. Euro abgelehnt

Der frühere FC-Tirol-Chef hatte gegen das Urteil von Ende Jänner berufen, er müsse Gernot Langes-Swarovski die Bankgarantie in Höhe von 1,8 Millionen Euro zurückzuzahlen.

Innsbruck - In einem Berufungsverfahren rund um die seit über zehn Jahren an den Gerichten anhängigen Causa des pleitegegangenen früheren österreichischen Fußball-Meister FC Tirol hat das Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck dem Ex-Vereinspräsidenten, Martin Kerscher, keine Folge geleistet. Dieser hatte gegen das Zivilurteil von Ende Jänner, dem Mäzen und Unternehmer Gernot Langes-Swarovski die Bankgarantie in Höhe von 1,8 Millionen Euro zurückzuzahlen, berufen.

Langes-Swarovski sei damals vom Vereinsvorstand getäuscht worden. Bereits 1999 sei der Fußballverein nämlich pleite gewesen. „Und zwar so pleite, dass es für den gesamten Vorstand erkennbar hätte sein müssen“, erläuterte der Verteidiger von Langes-Swarovski, Hermann Holzmann, am Donnerstag das OLG-Urteil. Dem Unternehmer sei die Bankgarantie im Jahr 2000 über 25 Millionen Schilling (1,816.820,85 Euro) „herausgelockt“ worden. Er hätte auf die tatsächliche wirtschaftliche Situation aufmerksam gemacht werden müssen. Eine Konkursantragstellung sei unterlassen worden, womit die Vereinsvorstände, insbesondere die ehemaligen Präsidenten Kerscher und Othmar Bruckmüller, persönlich dafür haften.

Eine ordentliche Revision war vom OLG Innsbruck nicht zugelassen worden. Neben den 1,8 Millionen Euro muss Kerscher auch die Kosten des Berufungsverfahrens tragen, die sich auf rund 6.300 Euro belaufen.

Ende Jänner 2012 war der Klagsforderung von Langes-Swarovski im Zivilprozess recht gegeben worden. Im Zentrum seien zwei Fragen gestanden. Ab wann war der FC Tirol zahlungsunfähig und ab wann hätte die Zahlungsunfähigkeit vom Club erkennbar sein müssen? In dem Beweisverfahren habe sich nun ergeben, dass diese Zahlungsunfähigkeit bereits Ende 1999 eingetreten sei. Diese Tatsache sei dem Gericht zufolge von den zuständigen Organen des FC Tirol Gernot Langes-Swarovski gegenüber verschwiegen worden.

In einem strafrechtlichen Prozess war im September 2008 bereits in einem Urteil entschieden worden, dass Kerscher mit seinem persönlichen Vermögen für den entstandenen Schaden haftet. Kerscher hätte „ohne schuldhaftes Zögern“ nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragen müssen. Erst Ende Juni 2001 war die Zahlungsunfähigkeit bekanntgeworden, 2002 wurde das Konkursverfahren eingeleitet. (APA)

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