Wenn Humor Spuren hinterlässt

Bei den Innsbrucker Wochenendgesprächen steht ein Generationenwechsel bevor. Die 35. Ausgabe ist dem Humor gewidmet.

Von Sabine Strobl

Innsbruck –„Wo bleibb da hummoooa.“ Zeilen des Wiener Dichters Ernst Jandl stehen beim Programm der diesjährigen Innsbrucker Wochenendgespräche an erster Stelle, geht es doch um diese kostbare Eigenschaft des Menschen, die zum Lachen und Nachdenken bringt. Die Gespräche finden heuer vom 10. bis 13. Mai im Ensembleproberaum des Landestheaters statt. Zwölf Autorinnen und Autoren, darunter auch der beliebte Südtiroler Kurt Lanthaler, werden über „Humor, Witz, Ironie und Satire“ diskutieren und am 10. und 12. Mai im ORF-Kulturhaus lesen (siehe Kasten).

Gisela Holzner hat die Literaturveranstaltung – wie sie sagt abseits des „Events“ – ein letztes Mal programmiert. Die Moderation übernehmen bereits ihre Nachfolgerinnen Birgit Holzner und Gabriele Wild. Wie die Literaturvermittlerin und die Verlegerin im TT-Gespräch erzählen, haben sie sich vor fünf Jahren bei den Wochenendgesprächen kennen und bald darauf schätzen gelernt. Was Humor für sie bedeutet? Gabriele Wild, Jahrgang 1982, freut sich, wenn es im Leben etwas zu lachen gibt. In der Literatur schätzt sie das Augenzwinkern, das sie zuletzt bei Sibylle Lewitscharoffs Roman „Blumenberg“ gefunden hat. Für Birgit Holzner, Jahrgang 1974, geht Humor mit der Fähigkeit einher, über sich selbst lachen zu können. Die Leiterin des Laurin-Verlags begeistert sich für den „knappen Schweizer Humor“, da zum Beispiel für Kurt Aebli und seine Reflexionen „Der ins Herz getroffene Punkt“.

Egal ob jüdische Witze von Steven Bloom oder heimischer Humor des Kabarettisten Markus Koschuh. „Alle eingeladenen Autoren zeigen wieder einmal, dass Lachen und Weinen eng beieinanderliegen“, sagt Birgit Holzner.

Das Duo will den Namen der Innsbrucker Wochenendgespräche als „Marke“ behalten. Da Menschen nicht nur in der Literatur das mögen, was sie kennen, sollen die Gespräche weiterhin auch als Plattform für Neues dienen. Es wird also eine Mischung von etablierten und zu entdeckenden Namen geben. Nach der Veranstaltung müssen nicht nur Gespräche über Subventionen geführt werden. Es beginnt vor allem die Arbeit an den ersten eigenen Gesprächen. Das Thema wird „Natur“ oder „Poesie und Physis“ heißen. Beide können sich vorstellen, mehr über den deutschsprachigen Raum hinauszugehen.

Doch zuvor heißt es feiern. Bei der 35. Ausgabe der Innsbrucker Wochenendgespräche gibt es eine zusätzliche Literaturperformance. Götz Bury lädt zur Kochshow „Das Land wo Magermilch und falscher Honig fließen“.