Dauerstress für die Soku „Wer ist der Papa?“

Schlawiner oder nur Opfer einer Intrige? Die Zahl der Stars, die einen Vaterschaftstest machen mussten, ist groß.

London, Los Angeles –Mater semper certa est. Pater semper incertus est. Auf gut Deutsch: Die Mutter ist immer sicher. Der Vater ist immer ungewiss. Da sprachen die alten Römer aber ein wahres Wort. Zum Glück haben wir aber inzwischen wissenschaftliche Methoden entwickelt, die das Rätsel um den werten Erzeuger dann doch lösen – zum Glück auch für viele prominente Herren. Denn ohne Vaterschaftstests müssten viele (ob zu Recht oder nicht) verdammt tief ins Portemonnaie greifen.

Ein trauriger Versuch, um mit einem Kind zu Ruhm und vor allem zu Geld zu kommen. Das war diese Woche bei Ryan O‘Neal der Fall. Eine Frau hatte zuvor behauptet, dass ihr Baby im Rahmen eines romantischen Tête-à-Tête mit dem 70-Jährigen entstanden sei. Dank des Tests kam aber nun die Wahrheit ans Licht: Der kleine Junge hat definitiv einen anderen Vater.

Kein offizielles Ergebnis gab es zwar bei Justin Bieber – dennoch scheint sich auch in seinem Fall die Klägerin etwas zusammengereimt zu haben: Die 20-jährige Mariah Yeater behauptete Ende letzten Jahres, dass der Teeniestar der Papa ihres Kindes sei. Der Sänger hielt jedoch dagegen und stritt alles ab. Die junge Frau zog (wohl auch unter dem Druck von Biebers Anwälten) ihre Klage schließlich zurück – Bieber gab anschließend außergerichtlich eine DNA-Probe ab. Das Ergebnis dürfte eindeutig gewesen sein, denn kürzlich schoss der Musiker noch mal kräftig gegen die Kalifornierin. Via Twitter machte er sich über Yeater lustig und beendete den Satz mit einem kurzen Clip von „Borat“-Darsteller Sacha Baron Cohen („Du wirst das nie bekommen“).

Weniger lustig fand Keanu Reeves hingegen die Vorwürfe, die ihn 2009 erreichten. Eine Kanadierin hatte stur und fest behauptet, der Akteur sei der Vater von mindestens einem ihrer vier Kinder, die alle zwischen 20 und 30 Jahren alt sind. Reeves ließ daraufhin einen DNA-Test machen, der seine „Unschuld“ bewies. Die vierfache Mutter gab aber nicht auf und kämpfte weiter – da sie ihre angeblichen Beweise vor Gericht aber nicht zeigen konnte, setzte ein Richter einen Schlusspunkt unter die Farce und wies die Klage ab.

Erstunken und erlogen, aber dennoch auch dramatisch ist die Geschichte bei Howard Carpendale. Zwar konnte er einst beweisen, dass er nicht der Vater eines damals 14-jährigen Mädchens war – doch die Mutter wegen der Lüge zur Rechenschaft ziehen konnte er auch nicht mehr. Diese war Jahre zuvor ermordet worden und hatte in einem Brief an ihre Eltern Carpendale als Vater ihrer Tochter genannt.

Der Dame, die behauptete, Udo Jürgens sei ihr Vater, wurde der Vaterschaftstest ebenfalls zum Verhängnis. Gleich zweimal unterzog sich der Sänger dem Verfahren – das erste Ergebnis hatte die 39-jährige Klägerin noch angefochten. Am Ende stand aber fest: Auch wenn Jürgens ein berüchtigter Frauenheld war bzw. ist – er ist definitiv nicht der Vater der Deutschen.

Doch die Tests dienen nicht nur dazu, Lügen aufzudecken, sondern auch dazu, die Männer endlich zur Rechenschaft ziehen zu können. Denn bei vielen zählt zwar der Reiz einer meist verbotenen Nacht – die Konsequenzen tragen wollen die werten Herren aber dann doch nur selten. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Eddie Murphy, der sich in Sachen Vaterschaft mit seiner Ex-Freundin Mel B. einen wahren Kleinkrieg lieferte. Er wisse nicht, „wessen Kind das ist, bis es rauskommt und einem Bluttest unterzogen wird“. Am Ende zeigte sich aber, dass Angel Iris tatsächlich sein Töchterchen ist.

Auch Filmproduzent Stephen Bing wollte dem Ganzen nicht so recht trauen, als Liz Hurley, mit der er immerhin 18 Monate liiert war, ihm vom anstehenden Nachwuchs erzählte. „Miss Hurley und ich hatten keine exklusive Beziehung, als sie schwanger wurde“, erklärte Bing in einer wenig schmeichelhaften Pressemitteilung. Dennoch „outete“ ihn der spätere Test als Vater von Damian Charles.

Ähnlich die Geschichte bei Sarah Connors Ex-Mann Marc Terenzi. Er bestritt vehement, dass er der Papa von der kleinen Emma sei – der Test überführte ihn aber schließlich der Lüge.

Den Erzeuger ihres Sohnes zur Verantwortung zu ziehen – dafür benötigte auch Luciana Morad gute Nerven und noch bessere Anwälte. „Rolling Stone“ Mick Jagger wollte nämlich partout nicht eingestehen, dass er der Erzeuger des kleinen Lucas sei. Nach einem Test musste er es schließlich dann doch zugeben – zumal ihm der Knirps auch noch wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht.

Im Fall von Boris Becker, Angela Ermakova und der kleinen Anna hätte es diesbezüglich erst gar keinen Test gebraucht – hat die Kleine doch offensichtlich die Gene des rotblonden Ex-Tennisspielers geerbt. Dennoch pochte er auf einen Vaterschaftstest und zog dafür sogar vor Gericht.

Auch wenn viele Rätsel in Sachen „Wer ist der Papa?“ gelöst werden konnten – eine gewisse Grauzone gibt es immer noch. Zumindest in den Fällen von Diego Maradonna und Julio Iglesias. Da sich der ehemalige Fußballstar wiederholt weigerte, sich einem Vaterschaftstest zu unterziehen, ging das Gericht am Ende einfach davon aus, dass er tatsächlich der Vater eines fünfjährigen Mädchens sei. Ähnlich die Geschichte beim Schmusesänger. Hier wertete der zuständige Richter die Weigerung des Sängers, sich einem Test zu unterziehen, ebenfalls als „wichtiges Indiz“. Doch Iglesias wollte dies nicht akzeptieren und zog erneut vor Gericht. Sieben Jahre später wurde das erste Urteil schließlich aufgehoben. Die Frage der Vaterschaft bleibt aber – wie wohl in vielen anderen Fällen – weiterhin ein großes Rätsel ... (TT, kew)