Standort Tirol

Berger plant Großprojekt im Wörgler Stadtzentrum

Gerhard Bergers Logistikgruppe hat das ehemalige Postareal am Wörgler Bahnhof erworben und erwägt, den Radfelder Firmensitz zu verlegen.

Von Beate Troger

Wörgl –Seit mehr als zehn Jahren steht das ehemalige Postgebäude am Wörgler Bahnhof vollkommen leer, es ist ein Schandfleck mitten in der Stadt. Im vergangenen Sommer hat die Berger-Logistikgruppe von Formel-I-Ass Gerhard Berger das Areal erworben, wie Eigentümervertreter und Geschäftsführer David Gulda gegenüber der TT bestätigt. „Es handelt sich um einen guten Standort, den wir uns sichern wollten“, sagt Gulda. Für die künftige Verwertung des Grundstückes wurde bereits eine Projektgesellschaft, die Berger Immo Project 2011 GmbH, gegründet, deren Geschäftsführer Gulda ebenfalls ist.

Angedacht sei etwa, die Verwaltung der Berger Logistik an einen neuen Unternehmenssitz ins Wörgler Stadtzentrum zu verlegen: „Das wäre aufgrund der Nähe zur Bahn eines Tages für uns ideal“, erklärt der Berger-Geschäftsführer, „wir sehen es als große Chance, die unschöne Brache wachküssen zu können.“

Angedacht sei auch, ein Hotel, Büros sowie Geschäfte in dem neuen Objekt unterzubringen. „Wir sind noch in einer sehr frühen Planungsphase“, wiegelt David Gulda ab, „zuerst muss etwa noch abgeklärt werden, welche Einkaufsmöglichkeiten die Wörgler Innenstadt noch verträgt.“

Projektskizzen gibt es bereits, für die Berger-Gruppe ist das derzeit noch Zukunftsmusik: „Ein Projekt in dieser Größenordnung benötigt vor allem Zeit“, sagt Gulda, in den nächsten drei bis fünf Jahren wolle man aber tätig werden. Eventuell könnte auch ein Projektpartner ins Boot geholt werden: „Wir halten uns alle Optionen offen“, erklärt der Geschäftsführer. Zu kolportierten Investitionskosten von rund 20 Mio. Euro will sich Gulda nicht äußern.

Von Seiten der Raumplanung ist auf dem Postareal eine Widmung als Gewerbe-Mischgebiet vorhanden. Nachdem die Stadt viele Jahre lang keinen Käufer finden konnte, stehe man dem Vorhaben der Berger-Gruppe offen gegenüber, heißt es aus Gemeindekreisen.

Berger ist nicht der Einzige, der am Wörgler Bahnhof tätig werden möchte. Auch die ÖBB Infrastruktur AG arbeitet daran, die ostseitige Fläche gegenüber zu verwerten. Der Bahnhofsvorplatz soll neu gestaltet werden, um „das Umsteigen zwischen den öffentlichen Verkehrsmitteln zu attraktivieren“, erklärt Gerhard Werlberger von der ÖBB-Tochter. Das Gelände, wo sich derzeit die Park&Ride-Fläche befindet, soll veräußert werden, geplant sind ebenfalls Geschäfte und Büros. „Über eine internationale Ausschreibung suchen wir Investoren“, sagt Werlberger, mit der Berger-Gruppe gebe es keine Abstimmung. Der Ostflügel des Bahnhofs, der Vorplatz und das Parkareal sollen „aus einem Guss“ gestaltet werden.

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