Radfelder sagen Nein zu Trinkwasserkraftwerk

Die Doppelnutzung von Radfelder Quellwasser wird nach monatelanger Diskussion im Gemeinderat ad acta gelegt.

Von Walter Zwicknagl

Radfeld –Heiße Diskussionen und sogar eine Unterschriftenaktion hatte es in den vergangenen Monaten um die Errichtung eines Trinkwasserkraftwerkes zur Doppelnutzung für kostbares Nass in Radfeld gegeben. Und mit Spannung wurde am Donnerstag die Abstimmung im Gemeinderat erwartet. Während die Bürgermeisterliste von BM Josef Auer dem Projekt von Beginn an die rote Karte zeigte, wollten Vizebürgermeister Friedrich Huber und die Liste von Thomas Laimgruber (Radfelder Gemeinschaftsliste) an die Realisierung schreiten. Ausgerechnet ein Gemeinderat von Hubers Allgemeiner Radfelder Liste machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. „Mir ist der Nutzen für die Gemeinde zu gering“, argumentierte Gemeinderat Josef Wöll – und vorbei war der Traum vom Trinkwasserkraftwerk. Mit acht zu sieben Stimmen wurde das Projekt ad acta gelegt. „Was soll ich dazu sagen? Vorher gab es von Wöll nie eine Ablehnung des Projektes“, sagte Vizebürgermeister Huber am Freitag.

Selbst aus dem Publikum gab es Äußerungen in Richtung Gemeinderat. So forderte Margarethe Geir in einem Brief, den sie vorgelesen hatte, für den Fall einer positiven Abstimmung die Auflösung des Gemeinderates. Durch die Doppelnutzung gebe es „zerstörtes Wasser“, war sie der Meinung. Wieder andere orteten einen zu großen Nutzen für die Lehensassen, die Grund und Boden und das Wasser zur Verfügung stellen. Während BM Auer von einer Amortisationsdauer von 37 Jahren sprach, führte Friedrich Huber einen Amortisationszeitraum von 17,8 Jahren ins Treffen. Auch bei den Kosten schieden sich die Geister. „Mit Förderung durch das Land hätte uns das 190.000 Euro gekostet“, ist der Radfelder Vizebürgermeister fest überzeugt.

„Mit elektrischer Energie könnten ohnehin nur etwa 50 Haushalte versorgt werden“, war eine Reaktion unter den Besuchern. Dass die Sache der Gemeinde etwas bringen könnte, argumentierte Huber immer wieder. „Wenn man mit Experten spricht, sagen sie, dass der heutige Strompreis nicht zu halten ist. Ich möchte mit aller Vehemenz feststellen, dass die Lehensassen nicht hinter dem Projekt stecken“, erklärte Gemeinderat Anton Wiener.