Bühne

Junge Zillertaler holen Amadeus nach Tirol

18 Jahre kontinuierlich an der Karriere zu basteln, lohnt sich offensichtlich. Die Jungen Zillertaler aus Strass i. Z. haben den Amadeus erhalten.

Von Hubert Trenkwalder

Strass i. Z. –Daniel Prantl, Gitarrist der Formation, ist noch immer überwältigt: „Es ist nach dem Ritterschlag der Goldenen einfach die Krönung für uns, wieder einmal ein echter Grund zum Feiern.“

Sie haben ihn sich geholt, den Amadeus in der Kategorie „Volkstümliche Musik“. Dabei war die Konkurrenz groß: Marc Pircher, die Edlseer und die Grubertaler waren ebenso von einer Fachjury nominiert worden, gingen jedoch diesmal leer aus. Als Gewinner des Musikpreises teilten sich die JuZis die Bühne mit den zwei absoluten Superstars des Landes Hubert von Goisern und Andreas Gabalier, welche jeweils zwei Trophäen erhielten.

Insgeheim hat man dem Trio diesen Amadeus von Herzen gewünscht. Dreimal waren sie schon nominiert, beim dritten Mal sollte es dann endlich so weit sein.

Es war der „Tag der Arbeit“, der 1. Mai, der den drei Tiroler Musikanten das Glück brachte, und das kam nicht von ungefähr. Die Burschen um Markus Unterladstätter waren schon als leichte Favoriten gehandelt worden. Es lohnt sich, einmal genauer hinzusehen!

Der tanzende Methusalix in Zillertaler Tracht auf dem Tourbus und auf der Homepage gibt schon einen kleinen Einblick, wie die Welt der Jungen Zillertaler funktioniert. Nichts wird dem Zufall überlassen, der eine – Markus Unterladstätter – organisiert, managt, vereinbart Termine und verleiht der Truppe durch seine Stimme einen eigenwilligen, aber unverwechselbaren Sound. Der zweite – Michael Ringler, Akkordeonist – kümmert sich um das Studio und die Programming-Arbeiten, denn ein Trio muss in Zeiten wie diesen schon auch einmal nach einem ganzen Orchester klingen. Und nicht zu vergessen gibt es da noch Daniel Prantl, der mit seinem Charisma auf der Bühne, auf der Gitarre, und mit seinem unermüdlichen Einsatz im Internet und über soziale Netzwerke kurbelt, was das Zeug hält.

Die Technik der JuZis gehört seit Jahren zum Professionellsten, was die Szene zu bieten hat. Das ganze Team um die drei Männer, die ihre bis zu vier Stunden dauernden Live-Shows auch mal ohne Pause durchziehen, zieht an einem Strang, jeder Handgriff sitzt.

Unabhängig von der professionellen Basisarbeit gelangen mit der Zeit die regionalen Hits. Zum Beispiel mit den Interpretationen von „Dem Land Tirol die Treue“ oder dem „Auf der Bruck trara“ ging es stetig nach oben in der Beliebtheitsskala und natürlich auch in den Hitparaden.

Und dann kam das „Fliegerlied“ – ein Song, den eigentlich die bayerische Band Donikkl komponiert hatte. Gleich mehrere volkstümliche Interpreten hatten sich auf das Thema gestürzt, doch die JuZis waren – wen wundert‘s – die Schnellsten und somit auch die Erfolgreichsten.

Seine Motivation ist, das gibt Daniel Prantl zu, eine sehr irdene: „Mein Ziel als Musiker war immer, irgendwann einmal davon leben zu können.“ Von Hobbymusikanten hört man Aussagen wie diese selten.

Und es gehört natürlich schon etwas dazu, sich unter den zahllosen handwerklich sauber agierenden Volksmusiktruppen des oft zitierten „musikalischsten Tals der Welt“ hervorzutun und eine eigene Schublade aufzumachen. Dabei gab‘s natürlich nicht nur Höhen, weiß Prantl zu berichten: „Wir haben Täler durchschritten, da hätten andere wahrscheinlich das Handtuch geschmissen, das hat uns stark gemacht!“

Es sei ein wunderbarer Erfolg, aber kein Grund auszuflippen, meint Prantl, man werde sich sofort wieder um das Tagesgeschäft kümmern, Konzerte spielen, neue Songs schreiben und natürlich den Live-Höhepunkt des Jahres vorbereiten, das alljährliche Open-Air in Strass im Zillertal.

Vom 16. bis 19. August wird allerhand geboten – vom Grillabend bis zur Fanwanderung und einem Konzertabend mit zahlreichen Superstars aus Volksmusik und Schlager.

Und in diesem Jahr werden die Fans nicht nur aus allen Himmelsrichtungen der Nachbarländer herbeiströmen. Auch die österreichischen Fans werden in Scharen kommen, denn diese – das hat die Amadeus-Wahl bewiesen – gibt es nämlich in Hülle und Fülle.

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