Ackerbau erlebt im Bezirk Imst eine Wiedergeburt

Obst-, Kartoffel- und Weinanbau haben sich in den letzten Jahren voll etabliert. Nun kehren auch Getreide und Gemüse wieder zurück.

Von Alexander Paschinger

Imst –Es ist nicht nur ein subjektiver Eindruck: „Ja, gerade im Gurgltal wurden inzwischen wieder mehr Äcker angelegt“, bestätigt der Tarrenzer Bürgermeister Rudolf Köll. Als Obmann der Landwirtschaftskammer hat er überhaupt tieferen Einblick in die Materie: „Es hängt durchaus mit den Förderungen zusammen. Früher hat man auf extensive Landwirtschaft gesetzt – inzwischen sind aber die Förderungen für den Ackerbau wieder gestiegen.“ Mit konkreten Zahlen kann er aber nicht aufwarten – „die gibt es immer erst ein Jahr später“.

Vom neuen Trend sei derzeit vor allem Getreide betroffen. „Zuerst wird mit Brotgetreide wie etwa Gerste begonnen“, erklärt Köll. Erst im Jahr darauf werde dann der ertragreichere Silomais angebaut. Das Brotgetreide wird übrigens in der Region selbst verarbeitet.

Der Gemüseanbau findet vor allem in der Inntalfurche – und das bis Haiming – statt. „Das sind noch die Gunstlagen, wo das Gemüse für den gewerblichen Anbau gedeiht.“ Nicht umsonst hat sich Haiming mit Tirols größtem Erntemarkt, den Haiminger Markttagen, einen Namen gemacht. Dazu kommt hier vor allem der Obstbau – Haiming ist das Apfeldorf nicht nur im Oberland, sondern für ganz Tirol.

Silz und Arzl gelten mit ihren Erdäpfellagern und -kellern inzwischen als Hochburgen der Kartoffel. „Hier ist in den Tälern noch einiges an Potenzial vorhanden“, weiß Köll. Aber: „Wir sind beim Kartoffelanbau gut am Weg.“

Seit einigen Jahren bemüht man sich zwischen Silz und Tarrenz auch wieder um den Weinanbau. Nicht umsonst wurde mit Peter Zoller ein Haiminger Winzer zum Obmann des Tiroler Weinbauverbandes gewählt. In der Knappenwelt Gurgltal bei Tarrenz findet heuer auch das erste Nordtiroler Weinfest statt.

Wer nicht bis zum Sommer warten will, der hat bereits heute Samstag beim Pflegezentrum Gurgltal Gelegenheit, Wein aus dem Bezirk Imst zu verkosten. Dort findet nämlich heute wieder von 9 bis 13 Uhr am Vorplatz der Bauernmarkt der Initiative InsriX statt.