Film und TV

Mehr an Freiheit schmeckt süß-sauer

Weit mehr als nur die Zusammenschau des Zusammenwachsens bietet ein neues Europa-Buch.

Von Christoph Mair

Innsbruck –Wer verspricht, „die Geschichte“ der Welt oder ganzer Kontinente gewinnbringend zwischen zwei Buchdeckel pressen zu können, verdient eine gehörige Portion Skepsis. Die Ergebnisse bewegen sich oft genug zwischen oberflächlicher Gesamtschau ohne Tiefgang und kapitelweisen Aufzählungen, denen die große Klammer fehlt.

Umso höher ist einzustufen, was dem deutschen Historiker Andreas Wirsching mit „Der Preis der Freiheit“ (C.H. Beck) gelungen ist. Wirsching analysiert die „Geschichte Europas in unserer Zeit“ unter dem Blickwinkel der Freiheit. In den vergangenen 20 Jahren war selbige überall in Europa auf dem Vormarsch – und verlangte bzw. verlangt ihren Preis: Die Länder des so genannten Ostblocks schüttelten zwar meist friedlich das Joch des Kommunismus ab, gerade der wirtschaftliche Transformationsschock traf sie jedoch hart. Der Zerfall Jugoslawiens war die europäische Katastrophe schlechthin nach 1945. Aktuell kämpft Europa mit den Schulden.

So verschieden die Krisenszenarien auch sind, Wirschings Analysen bestechen als souveräne Synthese der jüngsten europäischen Geschichte.

Andreas Wirsching. Der Preis der Freiheit. C.H. Beck, 487 Seiten, 27,80 Euro.

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