Bühne

Großer der Romantik

Innsbruck – Die Musikgeschichte ist oft ungerecht: Vorzüglichen Komponisten kann lange die angemessene Wertschätzung vorenthalten bleiben. E...

Innsbruck –Die Musikgeschichte ist oft ungerecht: Vorzüglichen Komponisten kann lange die angemessene Wertschätzung vorenthalten bleiben. Einer davon war Johann Rufinatscha, der 1812 in Mals im Oberen Vinschgau geboren wurde. Nach musikalischen Anfängen in Innsbruck ging er nach Wien, wo seine Werke höchste Anerkennung fanden. Sein Nachlass liegt im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und schlummerte dort lange in Vergessenheit.

In den vergangenen Jahren haben Konzerte, Tonträger und aus den Autographen erstellte Noten seine Musik endlich wieder zugänglich gemacht. Johann Rufinatscha gilt mittlerweile nicht nur als wichtigster aus Tirol stammender Komponist des 19. Jahrhunderts. Vielmehr wird ihm der Rang zuerkannt, der bedeutendste Symphoniker in der Zeit nach Franz Schubert und vor Johannes Brahms zu sein. Seine Musik erfährt dadurch gerade eine Renaissance am internationalen CD-Markt.

Das Landesmuseum Ferdinandeum ehrt Rufinatschas 200. Geburtstag mit gleich drei Konzerten: Im Herbst wird ein Klavierabend stattfinden sowie eine von der Fachwelt mit Spannung erwartete große Symphonie uraufgeführt werden: Von dieser haben sich nur die Streicherstimmen erhalten. Der Innsbrucker Komponist Michael F. P. Huber wird Bläserstimmen hinzukomponieren.

Auftakt zum Rufinatscha-Jubiläumsjahr bildete am Freitag in Innsbruck ein fast dreistündiger Liederabend: Zu Lebzeiten hatte Rufinatscha bloß ein einziges Lied veröffentlicht. Sein Œuvre von etwa 30 Werken wurde so erstmals komplett präsentiert. Eine CD-Produktion wird folgen.

Diese wird Rufinatschas Ruf auch noch darauf ausdehnen, einer der bedeutendsten Liedkomponisten der Romantik gewesen zu sein. Es sangen farbreich, wandlungsfähig und mit Spannung Maria Erlacher, Sopran, und Andreas Lebeda, Bariton. Annette Seiler begleitete schwungvoll am Hammerklavier von Conrad Graf. Auch solistisch trat sie mit vier der sechs 1871 veröffentlichten „Charakterstücke op. 14“ hervor. (ber)

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