Im Derby gibt‘s keine Geschenke

Die ersatzgeschwächten Wattener wollen auch heute gegen Kufstein ungeschlagen bleiben.

Von Wolfgang Müller

Wattens –Sechs Runden vor Schluss immer noch ungeschlagen und vier Punkte Vorsprung auf den härtesten Titelkonkurrenten – eigentlich könnte sich Wattens-Coach Roli Kirchler vor dem heutigen Westligaderby ab 16 Uhr im Alpenstadion relativ entspannt zurücklehnen und sich die Strategie gegen den FC Kufstein zurechtlegen. Dem ist aber nicht so, weil der Verletzungsteufel bei der WSG mit gnadenloser Härte wütet. Sandro Samwald, Fabian Krismer und Markus Obernosterer sind mit Kreuzbandverletzungen ohnehin schon länger außer Gefecht, in Anif erwischte es bekanntlich Marco Hesina mit einem Totalschaden am Knie. „Ich hoffe, dass zumindest einer unserer beiden Innenverteidiger einlaufen kann“, verweist Kirchler mit der Aufstellung auf die Fitnesstests am Spieltag. Während Martin Weissenbrunner mit einer Adduktorenverletzung ziemlich sicher fehlen wird, muss der angeschlagene Michael Steinlechner wohl oder übel die Zähne zusammenbeißen. Und im Sturm kann sich Rade Stojakovic, der in Anif nach Hesinas Verletzung schon aufzeigte, erneut bewähren.

Auf Tiroler Schützenhilfe im Kampf um den Aufstieg in die Erste Liga kann und will sich Kirchler nicht verlassen: „Geschenke gibt‘s für uns ganz sicher nicht. Und in einem Derby schon gar nicht. Das ist amtlich.“

Was Thomas Silberberger nur bestätigen kann: „Wir werden uns im Alpenstadion so teuer wie nur möglich verkaufen. Schließlich brauchen wir ja selbst noch dringend Punkte“, blickt der Kufstein-Coach mit einigem Unbehagen auf die Tabelle. Trotz der Verletzungsmisere in Wattens sieht Silberberger die Rollen klar verteilt: „Wattens hat trotz der Ausfälle noch genügend Qualität. Nur 14 Gegentore nach 24 Runden unterstreichen die Klasse des Tabellenführers. Wir sind krasser Außenseiter.“