Bühne

Der Bauer als Müllsammler

Innsbruck – „Achtung, alpines Gelände! Hier beginnt der ungesicherte Freizeitraum.“ Dick schwarz eingerahmt ist diese Warnung derzeit an 77 ...

Innsbruck –„Achtung, alpines Gelände! Hier beginnt der ungesicherte Freizeitraum.“ Dick schwarz eingerahmt ist diese Warnung derzeit an 77 Plakatwänden in Innsbruck und fünf im Zillertal zu lesen. Unter Plakaten, die Tourismusbilder abseits des heilen Postkartenklischees zeigen. Sie stammen vom Tiroler Fotografen Lois Hechenblaikner, dessen Projekt „BilderEcho“ eines von fünf ist, die im Rahmen der Kunst-im-öffentlichen-Raum-Förderaktion des Landes von 2011 realisiert werden.

„Meine Aufgabe ist es nicht, Freude zu provozieren“, sagt Hechenblaikner, der seit vielen Jahren subversiv kritisch den Umgang der Tiroler mit Heimat und Tradition hinterfragt. Da fährt etwa ein Bauer auf einem der plakatierten Sujets mit seinem Heuwender eine sonderbare Ernte in der Form von Plastikmüll ein, die die Touristen auf einer seiner Wiesen hinterlassen haben. Auf Plakat Nr. 2 quillt aus einem alten Schweinestall eine Lawine von Bierfässern, auf dem dritten schwärmen Touristen ameisengleich aus Bussen, in denen sie angekarrt worden sind.

Ebenfalls heuer realisiert werden die Projekte von Maria Anwander, Ruben Aubrecht, Christoph Hinterhuber und Richard Schwarz. (schlo)

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