Flucht von rabiatem Serienräuber endete im Krankenhaus Zams

Jener Autofahrer, der in der Nacht auf Donnerstag in Landeck gegen ein Brückenportal gekracht war, hatte den Unfallwagen in Italien gewaltsam an sich gerissen.

Landeck - Kurz nach Mitternacht war am Donnerstag ein Autolenker in Landeck gegen ein Brückenportal der Eisenbahn gekracht. Mit der Rettung wurde der Mann schwer verletzt ins Krankenhaus Zams eingeliefert. Ein „Rundum-Airbag“ dürfte ihm das Leben gerettet haben.

Wie sich jetzt herausstellte, handelt es sich bei dem Unfalllenker um einen polizeilich gesuchten Ukrainer, der in Italien lebt. Laut Polizei Landeck hat er das Auto, einen schwarzen Saab, gewaltsam in seinen Besitz gebracht. In der Nähe von Trient habe er unbestätigten Meldungen zufolge eine Frau regelrecht aus ihrem Auto herausgerissen.

„Bereits sein vorhergehendes Auto hat er gestohlen, aber weil er dieses zu Schrott gefahren hatte, musste er ein weiteres rauben“, erläuterte ein Polizeisprecher in Landeck den Ermittlungsstand der italienischen Kollegen. „Warum er dann damit nach Tirol gefahren ist, wissen wir nicht.“ Der Mann wolle auch nicht mit den Beamten oder den Ärzten sprechen. Ein „gewisses psychisches Problem“ sei nicht auszuschließen, meinte der Polizeisprecher.

Der Ukrainer wurde am Freitag in Zams aufgrund einer Beckenverletzung operiert, die er sich bei dem Frontalcrash zugezogen hatte. Die Polizei vermutet einen Sekundenschlaf als Unfallursache: „Die Unfallstelle liegt am Ende einer langen Geraden und der Mann war schon einige Stunden unterwegs.“

Die Landecker Beamten hoffen jedenfalls, dass der Verbrecher möglichst rasch nach Italien zurückgeschoben werden kann. Strafrechtlich liege in Österreich nämlich nichts gegen ihn vor. Die italienischen Behörden bemühen sich derzeit um einen europäischen Haftbefehl. Dann soll Anklage gegen den Ukrainer erhoben werden, der in Italien auch noch für weitere Delikte verantwortlich gemacht wird. (siha)