Ratgeber

Ford: Motorenwerk in Rumänien eröffnet

Der US-Hersteller forciert in Europa die Herstellung turbogeladener Benzinmotoren mit relativ kleinen Hubräumen, hoher Leistung und niedrigem Verbrauch.

Es waren sehr abwechslungsreiche Tage für den amerikanischen Hersteller Ford: In Europa brechen die Absatzzahlen ein, deswegen soll es Kurzarbeit im Werk Köln geben; in den USA hingegen streicht das Unternehmen Urlaubstage für die Belegschaft, um der gestiegenen Nachfrage Herr zu werden. Und am Donnerstag eröffnete das Unternehmen ein neues Motorenwerk im rumänischen Craiova. Erstaunlich, da Ford erst Ende 2011 ein Motorenwerk in Köln-Niehl in Betrieb nahm. Hinter Fords Anlagen-Offensive steckt die Absicht, die Produktion der so genannten EcoBoost-Motoren auszuweiten. Dabei handelt es sich um turbogeladene, im Jahr 2010 auf den Markt gebrachte Benzinaggregate, die mit relativ geringem Hubraum viel leisten, aber wenig Kraftstoff verbrauchen.

Das allein dürfte die Nachfrage nach diesen Triebwerken rechtfertigen – ebenso die Fertigungspläne von Ford für die nächsten Jahre. Während der Konzern für heuer mit einer Jahresproduktion von 130.000 EcoBoost-Motoren rechnet, sollen es 2015 gut 480.000 Stück jährlich sein.

Derzeit gibt es den EcoBoost in drei verschiedenen Hubraumgrößen: 1,0, 1,6 und 2,0 Liter. Diesbezüglich zeichnet sich eine Arbeitsteilung ab, da die Werke in Köln-Niehl und Craiova für die Herstellung der Einstiegsaggregate vorgesehen sind, deren drei Zylinder über einen Hubraum von einem Liter verfügen. Der 1,6-Liter-Vierzylinder entsteht im englischen Bridgend; die Zweiliter-Topvariante, ebenfalls ein Vierzylinder, verlässt im spanischen Valencia das Fließband.

Die EcoBoost-Motoren decken ein Leistungsspektrum ab, das von 100 bis 250 PS reicht – entsprechend breit gefächert ist ihr Einsatzgebiet: B-Max (Marktstart im Herbst), C-Max, Focus, Galaxy, S-Max und Mondeo. (hösch)

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