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Eine österreichische Pick-up-Lösung

Ein globales Gesicht hat Ford dem Ranger verordnet. Die Amerikaner haben ihn nun auch stadtfein gemacht, ihm Pkw-Komfort verpasst. Seine Geländegängigkeit hat er dennoch voll behalten.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Mayerling –Der Weg des Ford Ranger vom knorrigen geländegängigen – früher in unseren Breiten Pritschenwagen genannten – Pick-up zum modischen, offroad-versierten Lifestyle-Laster war lang und weit. Seit 1948 baut die Pflaumen-Marke die F-Serie – recht grobschlächtige Arbeitstiere für Wald & Feld & Gelände.

Mit dem Start in seine neue, die zwölfte, Generation hat der Ranger optisch ein Gutteil seiner Hemdsärmeligkeit abgelegt. Das Design ist geglättet und abgerundet. Damit passt er in die 180 Märkte, die Ford anpeilt, damit ist er (auch) stadtfein. Mit einer Reihe von Pkw-Zutaten soll er einerseits nach wie vor als Arbeitstier, aber andererseits nun auch als Freizeit-Laster für Familien- und Sportgeräte-Transport souveräne Figur machen so wie die Mitbewerber BT-50 (der frühere Konzernbruder), Amarok, Hilus, L 200, Navara, D-Max.

Um das zu erreichen, wurde an Handling, Fahrverhalten, Komfort, Ausstattung, Haptik, Motor-Charakteristik und Geräuschdämmung gefeilt. Dabei ist er länger – je nach Kabine zwischen 5,274 und 5,359 m, der Radstand misst 3,220 m – und schwerer – zwischen 2038 und 2320 kg – geworden. Trotzdem wurde den Antrieben erhöhte Sparsamkeit in Konsum und Emission anerzogen. Weitere Eckdaten: bis zu einer Tonne Nutz-, bis zu 3350 kg Anhängelast.

Komplett überarbeitet ist das Allradantriebssystem, nach wie vor mit zwei Geländeuntersetzungen. Es inkludiert jetzt ESP und ist bis zu einem Tempo von 120 km/h zu- bzw. abschaltbar. An E-Fahrhilfen sind zu ABS und Bremsassistent auch Traktionskontrolle, Berganfahr- und Bergabfahr-Assistent, Lastkontrolle, Überschlagschutz und Anhängerstabilisierung an Bord.

In den Sicherheitszutaten enthalten sind sieben Airbags, Isofix etc. Für Fußgängerschutz sorgt die Front-Konstruktion. Die Summe dieser Features bescherte Ford fünf Sterne beim NCAP-Crashtest.

Komfortseitig sind beheizbare E-Außenspiegel, Fernbedien-Zentralsperre, Blue­tooth und USB-Anschluss Standard. Je nach Ausstattungsstufe – XL, XLT, Limited, Wildtrak – kommen Klimaanlage, beheizbare Frontscheibe, Ledersessel, Sitzheizung, Einparkhilfe, Rückfahrkamera, Alu-Räder und Navi-System dazu.

Die Motoren: 2,2-Liter-TDCi (Reihenvierzylinder) mit entweder 125 (320 Nm) oder 150 (375 Nm) PS, 3,2-Liter-TDCi (Reihenfünfzylinder) mit 200 PS (470 Nm). Zur Auswahl stehen je nach Motorisierung ein manuelles 6-Gang- und ein 6-Stufen-Automatikgetriebe. Der Mix-Verbrauch liegt zwischen 7,7 und 10,8 l die CO2-Emission zwischen 203 und 281 g/km.

Der 150-PS-2,2-Liter liefert souveränen, der 200-PS-3,6-Liter mächtigen Vortrieb. Die Karosserie ist trotz der stolzen Länge leicht abzuschätzen. Handling und Agilität sind on- und offroad auf SUV-Niveau. An den Bremsen gibt es nichts auszusetzen.

Die Preisliste beginnt bei 21.400 Euro für den XL Einzelkabine mit 125-PS-2,2-Liter-TDCi. Der aber ist zum Zeitpunkt der Markteinführung – im Juni – noch nicht zu haben, wird später nachgereicht. Bis dahin liegt der Einstiegstarif bei 22.400 Euro (XL Superkabine, 2+2 Sitze, 150 PS, man. 6-Gang-Getriebe). Am obersten Ende rangiert der Wildtrak mit Doppelkabine, 3,2-Liter-TDCi und Automatikgetriebe für 34.400 Euro (netto). An Extras gibt es u. a. Anhängerkupplung, Laderaum-Abdeckung, Standheizung, Chrom-Zierrat.

Ein Extra gibt es für Österreich: Für die hiesigen Fiskal-Behörden war die Ladefläche zu kurz, um als zum Vorsteuerabzug berechtigtes Nutzfahrzeug durchzugehen: Die Ladefläche muss mehr als 50 Prozent des Radstandes messen. Da fehlten ganze 55 mm auf die erforderlichen 1615 mm. Die österreichische Lösung: Die Ladeklappe wurde quasi ausgehöhlt und der Ladefläche eine Verlängerung verpasst.

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