Natur

„Weil sie der Natur helfen“

4500 Pfadfinder gibt es in Tirol, die jüngsten trafen sich gestern zum WiWö-Tag. Ein Einblick in die Welt der Abkürzungen, Leitsprüche und einer Idee, die seit fast hundert Jahren Bestand hat und noch heute boomt.

Von Michaela Spirk-Paulmichl

Zirl –Aus ganz Tirol sind sie gestern nach Zirl gekommen: 130 WiWös – Wichtel und Wölflinge, die Sieben- bis Zehnjährigen unter den Pfadis –, gemeinsam mit ihren GruLeis, den Gruppenleitern. Ob BuWiWöLeiLa (Bundes-Wichtel-Wölfe-Leiter-Lager) die längste Aneinanderreihung von Verkürzungen ist? Vermutlich nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass es laut WiWö-Koordinatorin Monika Neurauter nichts gibt, das nicht abgekürzt werden kann, und dass es sogar ein Kürzelbuch gibt.

Einmal im Jahr treffen sich die einzelnen Altersgruppen zum Kennenlernen und gemeinsamen Spielen. In Zirl ging es um nichts Geringeres als die Wiederherstellung der Märchenwelt. „Kinder müssen die Welt retten“, sagt WiWö-Koordinator Sebastian Daxner. Im vergangenen Jahr war es das Froschland. Dass das Aschenputtel keine Schuhe mag und Dornröschen nicht wachgeküsst werden musste, sondern durch lautes Schreien aufwachte, störte die Kinder gestern nicht im Geringsten. Alle mögen Märchen. „Das Blöde an ihnen ist nur, dass sie am Ende immer rumschmusen“, meint Lea (10). Zuletzt gab es für die Kinder selbst noch viel über Märchen zu lernen. Ob Star Wars wohl eines ist?

Warum ihnen das Pfadi-Dasein so gut gefällt, darin waren sich aber alle einig: „Wir sind viel in der Natur“, sagt Sabine (10). „Weil sie einfach toll sind, und cool. Sie helfen der Natur und passen aufeinander auf. Ich bin froh, einer zu sein“, meint Vanessa (10). Andreas (10) freut sich über viel Spaß und Abenteuer und Miriam (8) darüber, einmal so richtig laut schreien zu können. Daheim sei das nämlich nicht möglich.

„Manche glauben, die Pfadfinder hüpfen nur im Wald und auf Wiesen herum“, sagte Christine Kronlechner, Präsidentin der Tiroler Pfadfinder. Dabei handle es sich um professionelle außerschulische Jugendarbeit, geleistet von ehrenamtlichen Gruppenleitern. In Tirol gibt es rund 4500 Pfadfinder, die Wichtel und Wölflinge sind die stärkste Gruppe. Obwohl die Idee sehr alt ist – 2014 wird in Tirol das 100-Jahr-Jubiläum gefeiert –, werden die Gruppen von Jahr zu Jahr größer, sagt Monika Neurauter. „So gut ich kann“ steht auf ihrem Halstuch-Ring, ein Pfadi-Leitspruch. www.pfadfinder-tirol.at.

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