Schweden und Russen bei WM mit starkem Auftakt

Enttäuschende Zuschauerzahlen bei Schweden-Spiel - Stockholm senkte daher die Ticketpreise.

Stockholm/Helsinki – Mitfavorit Russland und die Schweiz haben am Samstag ihre Auftaktspiele bei der 76. Eishockey-WM in Finnland und Schweden gewonnen. Russland setzte sich gegen Lettland nach 0:1-Rückstand mit 5:2 (0:1,2:0,3:1) durch, die Schweiz feierte gegen Kasachstan einen souveränen 5:1 (2:0,3:1,0:0)-Erfolg. Aufgrund des enttäuschenden Zuschauer-Interesses für die Spiele des schwedischen Teams im Globen von Stockholm haben die Veranstalter die Kartenpreise für die Matches des „Tre Kronor“-Teams massiv gesenkt.

Russland geriet gegen Lettland durch einen Treffer von Miks Indrasis (12.) in Rückstand und schaffte erst in der 34. Minute im Powerplay durch Ilja Nikulin den Ausgleich. Danach schlug der große Stürmerstar des Turniers zweimal zu. Jewgenij Malkin von den Pittsburgh Penguins, bester Scorer der NHL in dieser Saison, ebnete seinem Team mit Toren in der 37. Minute im Powerplay und in der 46. Minute den Weg zum Sieg.

Die Schweizer feierten mit dem 5:1 in Helsinki gegen Kasachstan ihren höchsten Startsieg bei einer WM seit acht Jahren. Ivo Rüthemann (10., 33./PP), NHL-Verteidiger Mark Streit, Teamkollege von Michael Grabner bei den New York Islanders (12./PP, 25./PP2), und Felicien du Bois (37.) erzielten die Tore der Eidgenossen.

Gastgeber Schweden bestärkte die Hoffnung der Fans in Stockholm auf den neunten WM-Titel mit einem souveränen 4:1 im Topspiel am Abend gegen Tschechien. Nach dem 3:1 am Abend zuvor gegen Norwegen führt Schweden mit sechs Punkten aus zwei Spielen die Tabelle der Gruppe B an.

Weniger sportlich hochklassig, dafür dramatisch war der Sieg der USA gegen Kanada. In Helsinki rangen die US-Boys die kanadischen Supertalente um Torjäger John Tavares mit 5:4 nach Verlängerung nieder. Als der 21 Jahre alte Tavares von den New York Islanders auf der Strafbank saß, erzielte US-Kapitän Jack Johnson in der 62. Minute den Siegtreffer.

Bereits am zweiten WM-Tag hat das Organisations-Komitee die Ticketpreise für die Spiele des schwedischen Teams gesenkt. „Wir haben uns verkalkuliert. Wir haben realisiert, dass wir eine falsche Preisstrategie hatten. Ich hoffe, dass es uns nun gelingt, mehr Fans in die Arena zu locken“, räumte der schwedische OK-Chef Christer Englund am Samstag in Stockholm ein. „Die Fans und auch die Spieler haben sich beschwert über die Stimmung. Und wir wollen natürlich auch volle Ränge haben“, sagte Englund. Am Freitagabend waren zum ersten schwedischen Spiel gegen Norwegen (3:1) offiziell nur 7.770 Zuschauer in den 13.850 Menschen fassenden Stockholmer Globen gekommen.

Als Konsequenz daraus wurde eine Kartenkategorie von rund 145 Euro gleich um rund 100 Euro reduziert. „In dieser Kategorie haben wir bisher gar keine Karten verkauft“, erklärte Englund. Bisher sei auch lediglich das schwedische Spiel gegen Russland am 11. Mai ausverkauft. Die Preisreduktion gelte nur für die schwedischen Spiele. „Bei den übrigen Spielen kostet die günstigste Karte zwölf Euro und die teuerste 40 Euro“, berichtete Englund. Zum ersten Spiel in Stockholm am Freitagmittag zwischen Deutschland und Italien (3:0) waren dennoch nur 1.033 Zuschauer gekommen. (APA/dpa/Si)