Kommunalwahlen

Entscheidungstag bei Wahlen in Italien - Beteiligung weiter niedrig

Die endgültigen Wahlergebnisse werden für heute Abend erwartet. Die Sorge vor einer niedrigen Wahlbeteiligung bestätigt sich.

Rom - Die italienischen Kommunalwahlen werden am heutigen Montag fortgesetzt. Seit 7 Uhr sind die Wahllokale im Land wieder offen. Die Wahlberechtigten haben noch bis 15 Uhr Zeit, ihre Stimme abzugeben. Es handelt sich um die ersten Wahlen seit dem Ende der Regierung von Silvio Berlusconi im vergangenen November. Umfragen zufolge liegt die Mitte-links-Gruppierung Demokratische Partei (PD) vor der PDL (Volk der Freiheit) des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Beide Gruppierungen unterstützen das Fachleutekabinett um Premier Mario Monti. Gewählt wird in 1015 Gemeinden, darunter Genua, Parma, Verona und Palermo. Mit Resultaten ist am Montagabend zu rechnen.

Die Angst der Parteien darüber, dass die Wahlbeteiligung sehr niedrig ausfallen könnte, dürfte sich bestätigen. 37,7 Prozent der Wahlberechtigten hatten bis Sonntag, 19 Uhr ihre Stimme abgegeben, teilte das Innenministerium in Rom mit. Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2007 war die Beteiligung bei 39,1 Prozent gelegen. Mit Resultaten ist am Montagabend zu rechnen.

Der Urnengang gilt als Test für die Sparpolitik der Regierung von Ministerpräsidenten Mario Monti. Die Teilkommunalwahlen gelten als wichtiger Wahltest im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr.

Infolge der drastischen Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise wächst die Politikverdrossenheit der Italiener. Umfragen zufolge liegt die Mitte-links-Gruppierung „Demokratische Partei“ (PD) vor der PdL (Volk der Freiheit) des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Beide Gruppierungen unterstützen das Fachleutekabinett um Premier Monti.

Auch eine Reihe von Korruptionsskandalen, die die Traditionsparteien in den letzten Monaten schwer belastet haben, setzen die Parteien arg unter Druck. Als wahre Überraschung des Urnengangs könnte sich der Kult-Satiriker und Erfolgs-Blogger Beppe Grillo erweisen, der die Massen mit seiner Kampagne gegen die „Kaste“ der italienischen Parlamentarier, die Verschwendungen im politischen System und die Richtlinien der Europäischen Zentralbank mobilisiert. (APA)

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