Tirols Fußball-Westen wächst weiter

Ab Herbst 2012 wird das Tiroler Fußball-Unterhaus unter anderem auch Zuwachs aus der Region westlich von Landeck bekommen. Den zweiten Klassen steht eine Änderung ins Haus.

Von Christian Kössler

Strengen –Der Arlberg ist nicht mehr weit, man blickt auf markante, schneebedeckte Gipfel und steile Hänge. Die schmale Schotterstraße windet sich zwischen Bäumen bergauf. Doch nur Minuten später breitet sich hinter Spielgeräten und einem Beachvolleyballplatz unvermutet ein Fußballplatz aus. Hier hat der FC Strengen, 1974 gegründet, seine Heimstätte.

In Ermangelung einer eigenen Sportanlage wurde anfangs in Schönwies gespielt, 1983 dann der Rasen in Strengen eingeweiht. Von Beginn an kickte man in der Oberlandliga, einem Zusammenschluss fußballbegeisterter Teams, der nicht dem Tiroler Fußballverband (TFV) zugeordnet war. 1979 und 2007 konnte man den Meistertitel erringen, 2009 sogar das Double (Cup und Meister). Mit Herbst wird diese Liga, die in den vergangenen Jahren immer mehr schrumpfte, allerdings nicht mehr weitergeführt. Das hat eine Änderung in der westlichsten Fußballlandschaft des Landes zur Folge: Der FC Strengen schließt sich mit dem FC Flirsch zur FG Stanzertal zusammen und tritt unter diesem Namen im Tiroler Unterhaus an.

„Bei unserer neu gegründeten Fußballgemeinschaft wird verstärkt Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Wir wollen auch, dass die jungen Mädchen und Burschen im Dorf Fußball spielen!“, meint FC-Strengen-Obmann Lukas Siegl. „Hauptsächlich gespielt wird dort, wo auch der Vereinssitz ist – in Strengen. Wir haben aber vor, Nachwuchsspiele auch in Flirsch anzusetzen.“ Die besondere Lage des Heimplatzes ist es auch, die Siegl so herausstreicht. „Wie viele Fußballplätze liegen neben einer dicht befahrenen Straße? Bei wie vielen Anlagen muss man diverse Zebrastreifen queren, bis man zum Spielen kommt?“

Schauplatzwechsel. Für Manfred Walch, Obmann-Stellvertreter des SV Stanz, war die Oberland-Liga in ihrer aktuellen Form ein voller Erfolg. „Sie hat ihren Dienst getan.“ Viele Vereine hätten aufgrund der Gesamtbedingungen keine Möglichkeit gehabt, im Tiroler Fußballverband aufgenommen zu werden. Auch Stanz bzw. Grins werden mit je einer Mannschaft in der 2. Klasse West auflaufen, im Nachwuchs gibt es eine Spielgemeinschaft.

Doch nicht nur aus dem Westen wird es Zuwachs für die zweiten Klassen geben, sind diese doch bekanntermaßen auch das Sprungbrett für die „Zweier-Teams“ der Unterhaus-Klubs.

Beim Tiroler Fußballverband ist man informiert und wird auf die neue Situation entsprechend reagieren. „Wir werden abwarten, was sich an zweiten Kampfmannschaften ergibt, bei zwei Klassen wird es nicht bleiben“, so Alexander Viertl vom TFV. Im Gespräch sind drei oder vier zweite Klassen, aber über „ungelegte Eier“ könne man noch nicht reden, hält Viertl fest.

Es bleibt also spannend, was die Entwicklung im Herbst betrifft. Eine Belebung für den heimischen Fußballsport werden die neuen Vereine mit Sicherheit werden, eine Herausforderung für die Anreise auch. Denn die Landkarte im Tiroler Fußball wird sich durch die Umstrukturierung in jedem Fall in Richtung Westen erweitern.