Medizin-Uni schreibt den Rektor neu aus

Der Rektorsposten der Medizin-Uni Innsbruck wird neu ausgeschrieben. Gleichzeitig ist der Unirat gegen die Fusion mit der Stamm-Universität.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Im kommenden Jahr endet die vierjährige Amtszeit von Medizin-Rektor Herbert Lochs. In den vergangenen Monaten stand er immer wieder im Mittelpunkt der Kritik. Im Zusammenhang mit der drohenden Finanzmisere, die mittlerweile abgewendet werden konnte, haben die Klinikärzte Lochs das Misstrauen ausgesprochen. Wie auch dem höchsten Aufsichtsgremiun der Universität – dem Unirat.

Nach den Turbulenzen an der Medizinischen Universität steht jetzt aber das Auswahlverfahren für die Rektorswahl 2013 bevor. Und einmal mehr sorgte Rektor Herbert Lochs für Verwunderung.

Bereits im Februar hat der Unirat die Bestimmungen für die Wahl der Mitglieder des Rektorats festgelegt. Sollte der amtierende Rektor vor der Ausschreibung der Funktion sein Interesse an der Wiederwahl bekunden, so kann diese ohne Ausschreibung erfolgen, wenn Senat und der Universitätsrat mit jeweils Zweidrittelmehrheit zustimmen. An der Stamm-Universität wurde seinerzeit der ehemalige Rektor und jetzige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle einstimmig wiedergewählt.

Medizin-Rektor Lochs wurde deshalb gefragt, ob er sich einer Wiederwahl stellen möchte. Die Frist für die Antwort legte der Unirat mit sieben Tagen fest: Lochs ließ den Termin verstreichen und hat am neunten Tag geantwortet. Der Rektor ließ den Unirat wissen, dass man sich nicht innerhalb so kurzer Zeit entscheiden könne, ob man sich bewirbt oder nicht. Um sich rechtlich abzusichern, hat der Unirat sogar eine Auskunft bei einem Experten eingeholt und sich danach für ein Ausschreibungsverfahren ausgesprochen.

In ihrer letzten Sitzung am 23. Mai genehmigten die Uniratsmitglieder den Ausschreibungstext. Auf die Frage, ob er sich wieder bewerben werde, erklärte Herbert Lochs am Freitag etwas kryptisch gegenüber der TT: „Das steht nicht zur Diskussion.“ Mehr will der Medizin-Rektor derzeit nicht sagen.

Eine klare Botschaft gibt es hingegen vom Unirat zur Debatte über die Zusammenführung der beiden Universitäten. Einstimmig halten die Mitglieder fest, „dass unter den herrschenden Gegebenheiten, insbesondere eines fehlenden Zusammenarbeitsvertrages (MUI/Tilak), eine Fusion der Medizinischen Universität und Leopold-Franzens-Universität nicht sinnvoll erscheint. Künftigen Gesprächen über die weitere Zusammenarbeit der Tiroler Universitäten stehe der Unirat aber sehr positiv gegenüber.