Kein Sommerbetrieb

Schröcksnadel stellt Pendelbahn am Patscherkofel ein

Weil sie wirtschaftlich nicht rentabel ist und die Reparaturkosten zu hoch sind, steht die alte Patscherkofelbahn still.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Für Patscherkofel-Betreiber Peter Schröcksnadel steht fest: „Ich werde keinen Cent mehr in die alte Pendelbahn stecken. Das habe ich der Stadt Innsbruck und dem Tourismusverband bereits mitgeteilt.“ Die fünfjährliche Überprüfung der erstmals 1928 in Betrieb genommenen Bahn habe gezeigt, dass der kurzfristige Erneuerungsbedarf bei 200.000 bis 300.000 Euro liege. Ursprünglich hätte die Bahn Ende Juni wieder fahren sollen, aber Schröcksnadel hat jetzt alle Reparaturarbeiten gestoppt. „Für den Winterbetrieb benötige ich die Pendelbahn nicht.“

Schröcksnadel sieht jetzt vor allem die Stadt Innsbruck finanziell am Zug. „Aber da habe ich bisher nichts gehört.“ Das Szenario für heuer ist klar: Im Sommer fährt weder die Pendelbahn noch der Olympiaexpress. „Wir haben uns um eine Ersatzlösung für die Einheimischen und die Gäste mit dem Olympiaexpress bemüht, aber die Agrargemeinschaft Patsch ist dagegen.“ Deshalb stehe auch der Olympiaexpress still. Arbeitsplätze seien durch die Stilllegung nicht betroffen, die Mitarbeiter, die von der Stilllegung bereits informiert wurden, werden laut Schröcksnadel für notwendige Revisionsarbeiten eingesetzt.

Die Betriebspflicht bis 2016 ist für Schröcksnadel nicht mehr gegeben. „Im Vertrag ist klar geregelt, wenn der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist, dann kann ich den Betrieb der Bahn einstellen.“ Im Vorjahr wollte er die Betriebszeiten verkürzen, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, „aber da hat die Stadt beim Verkehrsministerium Einspruch erhoben“. Er, so der Kofel-Betreiber, sei jedoch nicht mehr bereit, die Verluste der Pendelbahn abzudecken. Mit rund sieben Millionen Euro beziffert Schröcksnadel das Defizit seit der Übernahme im Jahr 1996.

Mit dem Winterbetrieb hat die Einstellung der Pendelbahn nichts zu tun. „Der Patscherkofel macht mir große Freude, ich habe bewiesen, dass man daraus einen Skiberg machen kann“, erklärt Schröcksnadel, der für den kommenden Winter eine weitere Attraktivierung verspricht.

Wie geht es jetzt aber im Sommer weiter, schließlich bedeutet die Einstellung, dass keine Gäste mehr auf den Kofel befördert werden und so Zirbenweg und Schutzhaus ohne Besucher bleiben? Die Stadt könnte die Bahn und die Reparaturarbeiten übernehmen, dann würde sich ein Betrieb bis Mitte Juli wieder ausgehen, schlägt Schröcksnadel vor. Doch langfristig benötige es ein umfassendes Konzept und eine umfangreiche Sanierung der Berg-, Mittel- und Talstation. Der Skiverbandspräsident beziffert die Kosten mit drei bis vier Millionen Euro. „Ich bin nach wie vor für Gespräche offen, aber so geht es nicht mehr weiter.“

Seine Vorgangsweise sei auch kein Erpressungsversuch gegenüber der Stadt. „Wir haben alle Verpflichtungen bisher eingehalten, als Unternehmer muss ich jedoch auch wirtschaftlich denken – und das tue ich jetzt.“ Für Diskussionen dürfte in den nächsten Tagen in Innsbruck mit Sicherheit wohl gesorgt sein.