Geh (Elfmeter-)scheißen!

Ich fordere, das Elfmeterschießen durch einen Münzwurf zu ersetzen. Nicht, weil es fairer wäre, aber England hätte dann zumindest eine 50:50-Chance.

Innsbruck – Es regnet! Nicht nur draußen vor dem Bürofenster, auch in mir drinnen. Wieder einmal. Tja, als England-Fan führt man eben kein einfaches Leben. Zum fünften Mal seit 1996 sind die „Three Lions“ beim 2:4 gegen Italien vom Elfmeterpunkt aus einem großen Turnier geflogen. Irgendwann sollte man sich eigentlich daran gewöhnen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Bei jedem weiteren Drama vom Elfmeterpunkt ist die Enttäuschung noch ein Stückchen größer. Elfmeterschießen, geh scheißen!

Schön langsam sympathisiere ich sogar mit der Idee von FIFA-Boss Blatter, der das Elfmeterschießen ganz abschaffen will. Grausam sei der Showdown vom Punkt, eine Tragödie in jedem Fall und meistens ungerecht. Oh mein Gott, so groß ist die Verzweiflung also schon, dass ich eine Idee des Fußball-Sonnenkönigs für überlegenswert betrachte.

Aber so einfach abschaffen lassen, wird sich das Elferschießen ohnehin nicht. Eine Arbeitsgruppe um Franz Beckenbauer hat die Pläne des FIFA-Präsidenten gleich in der Schublade verschwinden lassen. „Man sollte es lassen, wie es ist. Elfmeterschießen bringt doch Emotionen ins Spiel“, ließ der Bayern-Ehrenpräsident ausrichten. Das lässt darauf hindeuten, dass alles bleibt, wie es ist. Wobei so ein Münzwurf zur Entscheidungsfindung nach der Verlängerung durchaus seinen Reiz hätte.

England wird halt auch künftig schauen müssen, ein Spiel in spätestens 120 Minuten zu entscheiden. Und wenn die elf Meter danach wieder einmal in die Hölle führen, dann wird mir nichts anderes übrigbleiben als beim Gang durch den Sturm den Kopf hoch zu halten. Wie heißt es so schön: You‘ll never walk alone! (pim)

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