Erbstreit um Haus in Rangun: Schlappe für Suu Kyi

Ein Gericht sprach dem Bruder der burmesischen Oppositionsführerin die Hälfte des Hauses zu, in dem sie 15 Jahre lang unter Hausarrest eingesperrt war.

Rangun – Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi (67) hat im Erbstreit um ihr Haus in Rangun eine Schlappe eingesteckt. Ein Gericht sprach ihrem seit fast 40 Jahren in den USA lebenden Bruder Aung San Oo die Hälfte des Hauses zu, wie ihr Anwalt Nyan Win am Montag mitteilte. In dem Haus war Suu Kyi während der Militärdiktatur 15 Jahre unter Hausarrest eingesperrt. Es gehörte dem Vater der beiden, General Aung San, der 1947 ermordet wurde.

Aung San Oo war 2000 vor Gericht gezogen, um sein Erbteil geltend zu machen. Er unterlag zunächst, aber ein Gericht in Rangun verwarf das Urteil am Freitag, sagte Anwalt Nyan Win. Suu Kyi werde Berufung einlegen. „Nach Burmas Erbgesetzen können Ausländer weder Land noch Gebäude besitzen“, sagte er. „Aung San Oo ist Ausländer.“

Der Bruder von Suu Kyi der einzige von drei Geschwistern, der noch lebt. Er ist seit 1973 in den USA und hat die US-Staatsbürgerschaft angenommen. Er hat sich politisch von seiner Schwester losgesagt und soll gute Verbindungen zum Militär gehabt haben, das Suu Kyi einsperrte.

Das Haus liegt zwischen dem University Boulevard und dem Inya-See in einer wohlhabenden Gegend von Rangun. Es ist jahrelang verfallen, wurde aber seit der Freilassung von Suu Kyi im November 2010 teilweise renoviert. Suu Kyi empfängt dort regelmäßig hochrangige Gäste, darunter im April auch Außenminister Guido Westerwelle. (dpa)

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