Filmisches Vordringen ins „kalte Herz der Erzählung“

Von Edith Schlocker...

Von Edith Schlocker

Schwaz –„Trailer.Park“ nennen Constanze Ruhm und Christine Lang ihren speziell für die Galerie der Stadt Schwaz gedrehten Film. Der eigentlich kein wirklicher Film ist, aber auch kein Trailer. Genauso wie der Park mit dem, was man sich unter einem Park vorstellt, nichts zu tun hat. Drehort für diese wunderbare filmische Delikatesse ist ein absoluter Unort, gelegen im winterlichen Osten Deutschlands, der einmal zum Campingplatz für Wessis werden sollte.

Sie versuche, in „Trailer.Park“ „ins kalte Herz der Erzählung vorzudringen“, sagt Constanze Ruhm, indem sie untersucht, was von der filmischen Narration übrig geblieben ist. Um eine Liebesgeschichte zu erzählen, die auch keine wirkliche, jedenfalls keine mit Happy End, ist. Denn Hans und Anna fallen immer wieder aus ihren Rollen, sterben, tauchen verwandelt wieder auf.

Es ist eine rätselhaft skurrile, schwer dechiffrierbare Welt, in die Ruhm und Lang entführen. Gespickt mit Zitaten aus der Literatur- und Filmgeschichte. Etwa Sequenzen aus Streifen von Jean Luc Godard, in denen der Regisseur im Gesicht von Anna Karina badet, die nicht nur seine liebste Schauspielerin, sondern große Liebe war. Aber auch ein bekränzter Esel taucht in diesem vielschichtigen Vexierspiel immer wieder auf, in dem Hans einmal ein kleiner Bub, dann wieder der Verführer seines Kindermädchens ist, das in wieder einer anderen Einstellung aber auch seine Mutter ist.

Parallel zum Dreh sind unzählige Fotos entstanden. Eine Auswahl davon ist ebenfalls in der Galerie der Stadt Schwaz zu sehen.

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