55-jähriger Taucher aus Polen im Attersee tödlich verunglückt

Unerwartet tauchte der Mann nach einem Tieftauchgang wieder auf. Seine Frau sah ihn nach Luft schnappen und alarmierte die Einsatzkräfte. Die Hilfe kam zu spät.

Steinbach - Ein 55-jähriger Pole ist am Mittwoch im Attersee in Oberösterreich beim Tauchen tödlich verunglückt. Der in Aschaffenburg (Bayern) lebende Mann unternahm am Vormittag alleine einen Tieftauchgang im Gemeindegebiet von Steinbach (Bezirk Vöcklabruck). Als er unerwartet auftauchte und nach Luft schnappte, holte seine Frau Hilfe. Die Wasserrettung barg den an der Oberfläche treibenden Sportler. Trotz Reanimation konnte der Notarzt nur mehr den Tod des Polen feststellen, teilte die Polizei-Pressestelle mit.

Der Mann wollte nach Auskunft seiner Gattin um etwa 9.00 Uhr circa 80 Meter tief tauchen. Er war für sein Vorhaben entsprechend ausgerüstet. Die Frau, die am Ufer wartete, bemerkte etwa 20 Minuten später, dass der Pole in 150 Meter Entfernung auftauchte und nach Luft schnappte. Sie hielt ein vorbeifahrendes Auto auf. Der Lenker alarmierte die Einsatzkräfte, so die Polizei. Die Wasserrettung barg den an der Oberfläche treibenden Mann. Gemeindearzt, Rotes Kreuz und Notarzt waren zur Stelle, konnten dem 55-Jährigen aber nicht mehr helfen.

Details zur Unfallursache waren vorerst nicht bekannt. Die Polizei nahm einen Notaufstieg nach einem Vereisen des Atemreglers an. Gregor Bockmüller von der Tauchschule „Under Pressure“ in Weyregg, deren Service der Pole nutzte, vermutete im APA-Gespräch einen technischen Defekt: Die Flaschen des 55-Jährigen seien komplett leer gewesen, als er auftauchte. Bei dem Mann habe es sich um einen „technischen Taucher“ und damit einen Extremsportler gehandelt. Aber auch diese würden üblicherweise nicht alleine absteigen.

Tauchen in einer Tiefe von rund 100 Metern sei „ungefähr so, wie wenn man auf einer Autobahn mit 250 km/h fährt“, erklärte Bockmüller, und nicht mit normalem Sporttauchen vergleichbar. Er betonte, dass seine Schule dem Polen nur die Flaschen befüllt, dieser aber das Gerät selbst mitgebracht habe. Am Attersee haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche teils letale Tauchunfälle ereignet. Der Pole ist heuer das erste Todesopfer. (APA)


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