65-jähriger Ötztaler nach Mord an Köchin in U-Haft

Nach der Einvernahme des Beschuldigten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Mordes.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Jetzt steht fest: Der 65-jährige Ötztaler, der am Montagabend eine 31-jährige Köchin erschossen haben soll, muss zumindest die kommenden Wochen im Gefängnis verbringen. „Gegen den Beschuldigten wurde Mittwochmittag die Untersuchungshaft verhängt“, bestätigt Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Ebenso fest steht inzwischen, dass die Anklagebehörde wegen Verdachts des Mordes ermittelt.

Ein Verdacht, der auch durch die Aussage des Beschuldigten begründet ist. Der Pensionist gestand am Dienstagnachmittag, die 31-jährige Köchin am Montag gegen 23 Uhr in einem Oetzer Lokal aus Eifersucht erschossen zu haben. Der Mann argwöhnte einen Nebenbuhler unter den Gästen.

Wie berichtet, ging der stark alkoholisierte Ötztaler nach einem kurzen Streit mit der 31-Jährigen nach Hause, holte seine Jagdwaffe aus dem Schrank und kehrte nach etwa 20 Minuten ins Gasthaus zurück. Vor den Augen von drei Zeugen schoss der 65-Jährige der Frau aus kurzer Distanz eine Kugel in die Brust. Dann wurde er von den Gästen überwältigt.

Die 31-jährige Köchin, übrigens die Schwester der beiden Lokalpächter, erlag wenig später in der Innsbrucker Klinik ihren schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter konnte unmittelbar nach seiner Festnahme nicht befragt werden – zu stark war seine Alkoholisierung. Erst am Dienstagnachmittag konnten Ermittler des Landeskriminalamtes dem Mann das Motiv für die Gewalttat entlocken.

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Die laut Polizei „nicht näher definierte“ Beziehung zwischen Opfer und Beschuldigtem dürfte eher einseitig gewesen sein. Die Köchin hat den 65-Jährigen vermutlich nicht unbedingt als Freund und Partner gesehen, das entsprach wohl eher einer Wunschvorstellung des verliebten Pensionisten.

Das lassen zumindest ihre Einträge in einem Internetforum vermuten. An ihrem 31. Geburtstag im Jänner meldete sie, nicht verliebt zu sein, als Beziehungsstatus gab die Ötztalerin bis zuletzt „Single“ an.

Der Besitz des Gewehrs war nicht illegal. Laut Polizei besitzt der Beschuldigte eine gültige Jagdkarte und damit die Ermächtigung für den Waffenbesitz.


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