„Integration bringt Chancen“

Betriebe, die sich besonders bemühen, Menschen mit Behinderung einzubinden, werden beim 11. Integrationspreis ausgezeichnet.

Von Katharina Zierl

Innsbruck –„Der soziale Zusammenhalt in einem Unternehmen wächst, wenn Menschen mit Behinderung mitarbeiten“, sagt Walter Guggenberger, Leiter der Tiroler Landesstelle des Bundessozialamts. Noch immer würden viele Unternehmen die Lage falsch einschätzen. „Viele haben bei dem Wort Behinderung gleich ein Bild von Hilflosigkeit im Kopf. Nur in den seltensten Fällen entspricht dieses Bild auch der Realität“, erklärt Guggenberger. Betriebe, die sich dazu entschlossen haben, Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance zu geben, hätten fast alle nur positive Erfahrungen gemacht. „Das wirkt sich in den allermeisten Fällen sehr positiv auf das ganze Arbeitsklima aus“, betont der Leiter des Tiroler Bundessozialamts.

Bereits zum 11. Mal wird der Tiroler Integrationspreis heuer vergeben. Inzwischen habe er sich zu einer „begehrten Auszeichnung“ entwickelt, sagt Guggenberger. Einmal pro Jahr wolle man „Unternehmen, die sich ganz besonders für die Integration von Menschen mit Behinderung einsetzen, vor den Vorhang holen“. Das Stichwort sei die „Kultur der Anerkennung“. Positive Beispiele sollten auch anderen Betrieben Mut machen, sich zu engagieren, sagt Guggenberger. Für Menschen mit Behinderung sei Arbeit – genau wie für jeden anderen – ein ganz zentraler Wert im Leben. „Und eine Behinderung geht nicht automatisch mit einer Minderung der Leistungsfähigkeit einher“, erklärt der Leiter des Bundessozialamts. „Menschen mit Beeinträchtigung zeigen eine ganz besondere Loyalität zu dem Betrieb, für den sie arbeiten. Ihre Bereitschaft zu kündigen, sei viel geringer als bei anderen Arbeitnehmern.

Heuer wird der Integrationspreis in zwei Kategorien vergeben: Für kleinere Betriebe mit bis zu 25 Mitarbeitern und für Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern. Pro 25 Mitarbeiter ist ein Betrieb gesetzlich dazu verpflichtet, einen Menschen mit Behinderung anzustellen. Sonst wird eine so genannte Ausgleichstaxe fällig.

Tiroler Unternehmen, die sich besonders für die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung einsetzen, können sich bewerben. Einsendeschluss der Fragebögen ist der 21. September. Die Fragebögen liegen beim Bundessozialamt, bei den Arbeitsassistenzen und beim Tiroler Sozialmarkt auf und können an den Tiroler Sozialmarkt, Adamgasse 13–15, in Innsbruck geschickt werden. Diverse Anfragen zur Bewerbung sowie zum Auswahlverfahren können Interessierte an die E-Mail-Adresse m.landauer@tiso.at richten.

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