Noch keine Anträge auf Opferrente
Schon seit Jahren gewährt das Bundessozialamt Innsbruck Missbrauchsopfern Sachleis-tungen wie z. B. Psychotherapie.
Innsbruck –Zuletzt sorgte die Gewährung einer Pension des österreichischen Bundessozialamts an ein Missbrauchsopfer für Aufsehen. Im Bundessozialamt in Innsbruck ist hingegen noch kein Antrag auf eine Geldleistung nach dem Verbrechensopfergesetz gestellt worden. Das erklärt Ernst Suitner vom Bundessozialamt Innsbruck. „Wir können hier aber nicht von einer Pension, sondern von Geld- oder Sachleistungen nach dem Verbrechensopfergesetz sprechen.“ Dabei handle es sich oftmals um Einmalzahlungen. Ob er jetzt auch vermehrt mit Anträgen von Missbrauchsopfern aus Tirol rechnet? „Das weiß ich nicht. Aber jeder Antrag wird von uns gewissenhaft geprüft.“ Sachleistungen in Form von Heilfürsorge (Psychotherapie) wurden jedoch schon vielen Opfern gewährt. „Hier arbeiten wir eng mit dem Land zusammen“, betont Suitner.
Im September wird sich die Opferschutzkommission des Landes mit weiteren 45 Missbrauchsfällen beschäftigen und über Entschädigungen beraten. „Tirol ist hier seiner Verpflichtung nachgekommen“, betont Reheis. Wenngleich keine finanzielle Entschädigungen das ganze Leid, das den Kinder und Jugendlichen damals widerfahren sei, aufwiegen könne. Umso mehr ist für Reheis die Jugendwohlfahrt auf Höhe der Zeit mit gut ausgebildeten Mitarbeitern ein zentraler Eckpfeiler in der Sozialpolitik. Und gleichzeitig eine große Herausforderung.
Vom Jahr 2000 bis 2009 ist die Anzahl der Fremdunterbringung von Jugendlichen außerhalb der Familien deutlich gestiegen. „Wir sind dabei, Engpässe zu beseitigen, bemühen uns aber auch, die richtigen Plätze für die Jungendlichen in sozialtherapeutischen Einrichtungen oder Wohngemeinschaften zu finden.“ Der Druck auf bestehende Einrichtungen sei groß, bis Anfang 2013 werden jedoch zusätzliche 25 Plätze in Tirol geschaffen.
Dass rund 98 junge Menschen außerhalb Tirols untergebracht sind, hat laut Reheis mehrere Gründe. „Zum einen gibt es da spezielle Einrichtungen etwa für jugendliche Sexualstraftäter. Oft ist für angrenzende Bezirke ein Angebot in Bayern näher als eines in Tirol.“ Umgekehrt leben auch 40 Kinder- und Jugendliche aus anderen Bundesländern in Tirol – z. B. in der Bubenburg in Fügen. (pn)