Ringen um Lösung für den VVT

Der TVB Naturparkregion Reutte stellt mit einem Ruftaxi bei den Verhandlungen die Rute ins Fenster.

Von Alexander Paschinger

Reutte, Breitenwang –Es kommt wieder Bewegung in die verhärteten Fronten rund um den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Reutte. Wie berichtet, hatte der Tourismusverband Naturparkregion­ Reutte seine Vereinbarung mit dem Planungsverband im Mai aufgekündigt. Nun laufen allerdings wieder intensive Gespräche und Verhandlungen­, um den TVB doch wieder­ ins Boot zu holen. Kommende Woche steht laut den Beteiligten eine wegweisende Gesprächsrunde an.

8,5 Fahrgäste pro Tag für einen Jahresbeitrag von 120.000 Euro durch Bergbahn und TVB – das war eine von mehreren Ursachen, warum die Notbremse gezogen wurde.

Mittlerweile gab es aber schon Gespräche. Der Obmann des Planungsverbandes­ und Breitenwanger Bürgermeister Hanspeter Wagner berichtete seinem Gemeinde­rat davon Ende Juli. Im Protokoll wird angeführt, dass „die eingereichte Kündigung des TVB an den VVT (Verkehrsverbund Tirol)“, inzwischen „wieder zurückgezogen“ wurde­. Gleichzeitig appellierte­ Wagner, „hinter diesem Projekt zu stehen“. Im Herbst solle noch einmal eine­ Förder- und Werbeaktion­ durchgeführt werden.

Ganz so will es der Geschäftsführer des TVB, Franz Kammerlander, nicht sehen: „Die Kündigung ist weiterhin aufrecht. Wir sind derzeit nicht zufrieden.“ Der TVB habe einen Vertrag mit der Gemeinde Breitenwang als Sitz des Planungsverbandes. Gemäß den Bestimmungen habe man die dreimonatige Kündigungsfrist eingehalten. Und der Fahrplanwechsel sei Mitte Dezember vorgesehen.

Ganz konkret bleiben beim TVB die Kosten als Haupt­argument. „Wir haben uns ein Angebot für ein Ruftaxi eingeholt – das werden wir bei den Verhandlungen in der kommenden Woche auf den Tisch legen“, so Kammerlander.

Auf diese Gespräche baut auch Jörg Angerer, Geschäftsführer des VVT in Innsbruck. „Das Gesprächsklima zwischen allen Beteiligten ist eigent­lich gut.“ Auch verweist er darauf, dass in den vergangenen Wochen einiges geschehen sei. So etwa die Ausweitung des Angebotes um Schnellverbindungen nach Füssen mit Juli. Auch sonst würden die verschiedenen Punkte, die seitens der Touristiker vorgebracht wurden, in konstruktiven Verhandlungen angegangen.

„Die Umsatzentwicklung ist absolut positiv“, erklärt der Chef des VVT. Da gebe es andere Regionen, die sich einen­ solchen Trend nur wünschen könnten. Und Umsatzentwicklung „heißt auch eine entsprechende Entwicklung bei den Fahrgastzahlen“. Der öffentliche Nahverkehr im Reuttener Talkessel mit seinen elf Verbandsgemeinden „ist jedenfalls kein sinkendes Schiff“. Angerer bleibt in Hinsicht auf eine Lösung mit dem VVT optimistisch.


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