Parkleitsystem kommt weiter nicht vom Fleck

Finanzierungsbereitschaft der Tiefgaragenbetreiber ist für BM Oppitz-Plörer nicht zufriedenstellend. Aus für alte Hinweistafeln wird geprüft.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Ernüchterung ist groß. Noch im Februar dieses Jahres keimte in der politischen Führungsspitze Innsbrucks die vage Hoffnung, die seit Jahren vor sich hergetragene Einrichtung eines dynamischen Parkleitsystems endlich in die Gänge bringen zu können. Dieses soll die alten Hinweistafeln speziell für die Tiefgaragen im Zentrum ablösen und mithilfe digitaler Technik eine aktive Parksuchverkehr-Führung ermöglichen. Eine Bank stand sogar als Co-Sponsor parat.

1,094 Millionen Euro, so die Kalkulation, seien für Errichtung und Betrieb (zehn Jahre) vonnöten, sofern eine „kritische Masse“ von rund 35 Prozent aller innerstädtischen Tiefgaragenplätze (5025) im Leitsystem integriert würde. Jeder Garagenbetreiber hät- te sich an den Gesamtkosten im Verhältnis der von ihm eingebrachten Stellplätze zu beteiligen. Die Stadt mit ihren 396 Stellplätzen (Markthallengarage) hätte es mit 167 €/Platz getroffen. Die Bank hätte 310 Stellplätze eingebracht.

Sechs Monate später ist klar: Das dynamische Parkleitsystem kommt auch weiterhin nicht vom Fleck. Gespräche mit den verschiedenen Tiefgaragenbetreibern habe es gegeben, das Konzept sei ihnen vorgestellt worden, berichtete BM Christine Oppitz-Plörer (FI) kürzlich dem Stadtsenat. Aber ein für die Stadt akzeptabler Finanzierungsschlüssel sei nicht zu finden gewesen. So seien die Tiefgaragenbetreiber laut Oppitz-Plörer lediglich bereit, einmalig 50 € pro Stellplatz zu zahlen. In Summe sollen sie nur 186.800 Euro zu investieren bereit sein. Damit hätte die Stadt – wie auch schon bei der abgeschafften Gratisparkstunde – mit knapp über 900.000 Euro den überwiegenden Teil des Parkleitsystems aus der eigenen Tasche zu zahlen gehabt. Nicht nur für Oppitz-Plörer ist dies nicht tragbar – auch für den Stadtsenat nicht. Der Akt wurde abgesetzt. „Das ist weit weg von dem, was die Stadt damals versprochen hat. Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend“, sagt Christoph Platzgummer (ÖVP).

Noch hält Oppitz-Plörer das Konzept aber nicht für gescheitert. Sollte das wirtschaftliche Risiko bei der Stadt bleiben, dürfe es aber keine Parallelwelten geben. Die Bürgermeisterin spielt damit auf den Wald an Parkhaus-Wegweisern an, der das Stadtgebiet säumt. „Daher wird geprüft, ob wir diese auf öffentlichen Flächen nicht dauerhaft entfernen können“, stellt Oppitz-Plörer den Tiefgaragenbetreibern die Rute ins Fenster. Erst mit dieser Handhabe könne man wieder diskutieren, ob die Stadt die 900.000 Euro übernehmen wolle. In ein bis zwei Monaten sei die Prüfung abgeschlossen, dann wisse man mehr.

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