Es steht und fällt damit, wie sich Steixner entscheidet

Anton Steixner ist Polit-Urgestein und Landeshauptmann-Macher. Seine Nachdenkphase neigt sich dem Ende zu. Das lässt die Nervosität steigen.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Bleibt Anton Steixner, oder geht er? Diese Frage treibt den Bauernbund und die ÖVP um. Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu. Heute tritt die Regierung zur Budgetklausur zusammen. Die Weichen für das nächste Jahr werden gestellt.

Welchen Weg Anton Steixner einschlagen wird, ist noch unklar. Im September wolle er die Karten auf den Tisch legen, sagt er. Steixner ist Vollblutpolitiker. Für viele Parteifreunde und -feinde ist daher schwer vorstellbar, dass er tatsächlich geht. Wer in diesem Land Landeshauptmann werden will, braucht die Bauern hinter sich. Das hat Anton Steixner bereits bei drei Landeshauptleuten bewiesen. Wer im Zentrum der Macht steht, tut sich schwer, die Zügel loszulassen.

Andererseits hat sich Steixner ein Leben lang für die Bauern eingesetzt, um dann mit heftiger Kritik konfrontiert zu werden. Manchen Bauern gilt er in der Agrargemeinschaftsfrage als Verräter. Diesen Unmut tun die Bauern auch lautstark bei den Bauernversammlungen kund. Früher wurde Steixner dort beklatscht, jetzt ist er oft der Buhmann.

Es steht und fällt also damit, wie Steixner sich entscheidet. Das Personalkarussell dreht sich, zumindest in den Köpfen. Klubobmann Josef Geisler werden die besten Chancen nachgesagt, Steixner als Landesrat nachzufolgen. Damit würde der Bauernbund allerdings geschwächt, weil die Position des Klubobmanns verloren wäre. In den Reihen der Abgeordneten bleibt nämlich kein Stein auf dem anderen: Paula Eisenmann tritt nicht mehr an. Und auch für Franz Berger und Konrad Plautz dürfte die Zeit im Landesparlament vorbei sein.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger bleibt der Zugang zum Landtag verwehrt, solange er Präsident ist. Das besagen die Statuten der ÖVP. Daran hat sich auch schon Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer die Zähne ausgebissen. Statutenänderung ist keine in Sicht.

Gleich gelagert ist die Situation im Tiroler Bauernbund. Der Präsident der Kammer kann nicht Obmann werden. Als Favorit für diesen Job wird Steixners zweiter Stellvertreter gehandelt: Jungbauer Martin Zürcher. Wenn Steixner bleibt, muss erst in zwei Jahren der Obmann gewählt werden, wenn er geht, wird er wohl früher übergeben.

Für die frei werdenden Plätze im Landtag werden die „Zukunftshoffnungen der Bauern“ gehandelt: Magnus Gratl (Öffentlichkeitsarbeit), Thomas Danzl (Landeskulturfonds) und Martin Mayerl (Obmann des Bauernbunds in Osttirol).


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