Durnwalder übt das Loslassen

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder bekräftigt, dass er 2013 bei den Wahlen nicht mehr für die SVP in den Ring steigt.

Pfalzen –Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) lud am Donnerstag zur traditionellen Sommerpressekonferenz in seinem Geburtsort Pfalzen im Pustertal. Seit Längerem ist klar, dass Durnwalder 2013 nicht mehr kandidieren wird. Einen Wunschkandidaten für seine Nachfolge nannte er nicht. Er habe „keine Angst, dass ich aus Verdruss sterben werde (...), vielleicht braucht man mich irgendwo“, meinte der seit 1989 amtierende Landes­chef, der im September seinen 71. Geburtstag feiert.

Wenn es gewünscht werde, dann werde er sich als politisch interessierter Mensch gerne auch nach seinem Rückzug weiter einbringen, sagte Durnwalder. Südtirol sei in der glücklichen Situation, dass es „eine ganze Menge“ an potenziellen Nachfolgern gebe. Sollte es bei der von der SVP geplanten Befragung der Basis ein Ergebnis mit mehreren gleichauf liegenden Kandidaten geben, könnte auch eine Dreiergruppe Sinn machen.

Würde er 2013 noch einmal kandidieren, sei das Abtreten im Alter von dann 77 Jahren „gleich schwer“. Und irgendwann müsse dieser Schritt kommen. Er werde seinen Hobbys nachgehen, mehr Zeit für Familie und Freunde haben und mehr über sich selbst nachdenken, meinte Durnwalder.

Sorgen bereitet Durnwalder die Regierung Mario Monti und deren Umgang mit der Autonomie Südtirols. Die Regierung in Rom „schert sich um unsere Autonomie überhaupt nicht“, kritisierte er. Südtirol sei zu Einsparungen bereit, wolle aber selbst entscheiden, wo Einschnitte vorzunehmen seien.

500 Millionen Euro seien bereits im so genannten „Mailänder Abkommen“ vereinbart worden. Jetzt wolle Rom bis zu 1,3 Milliarden Euro. Dies sei „unmöglich“, meinte Durnwalder. Südtirol werde behandelt wie eine Region ohne Sonderautonomie. Die Südtirol-Autonomie sei zudem noch international abgesichert.

Er setze weiter auf Verhandlungen, betonte der Landes­chef. In letzter Konsequenz sei Österreich offiziell einzuschalten. (TT, APA)


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