ManU startet Frontalangriff auf „nervigen Nachbarn“

Nach mehr als drei Monaten Ligapause rollt der Ball wieder in der englischen Premier League. Manchester United brennt dabei auf Titel.

Von Tobias Waidhofer

Innsbruck –Alex Ferguson ist ein Mann, der sich über Erfolge definiert. Kein Wunder also, dass der schottische Trainer – nach der ersten titellosen Saison von Manchester United seit 2005 – in seiner Ehre gekränkt ist. Schließlich hatte ihm der „nervige Nachbar“ (Ferguson über Manchester City) in letzter Sekunde der vergangenen Saison den Meistertitel weggeschnappt. Nun will das Imperium zurückschlagen. Das Rezept für den Frontalangriff besteht aus zwei Namen: Robin van Persie und Shinji Kagawa.

Für rund 30 Millionen Euro verstärkt der ehemalige Arsenal-Torjäger eine Angriffsabteilung, die mit Wayne Rooney, Danny Welbeck, Javier Hernandez und Dimitar Berbatov bereits hervorragend besetzt ist. Van Persie (mit 30 Treffern Torschützenkönig) und Rooney schossen 2011/12 gemeinsam 57 (!) Liga-Tore. Der Japaner Kagawa kam für 16 Millionen Euro von Dortmund und soll im zentralen Mittelfeld für die genialen Momente im ManU-Spiel sorgen. „Es ist aufregend mit ihm. Er ist sehr effektiv mit dem Ball“, lobte Rooney.

Überraschend zurückhaltend präsentierte sich hingegen Manchester City am Transfermarkt. Jack Rodwell von Everton ist der (bisher) einzige Neuzugang. Trotzdem wird der Titel nur über Aguero, Balotelli und Co. führen. Die Qualität der Citizens kann auf der Insel nach wie vor kaum jemand toppen. Der Sieg im Community Shield (3:2 gegen Chelsea) taugte als erstes kleines Ausrufezeichen. Ein Hauptziel des Scheich-Klubs liegt, nach dem Vorrunden-Aus 2011/12, aber in einem besseren Abschneiden in der Champions League.

Apropos Champions Lea-gue. Der Sieger kam im vergangenen Jahr aus London. Doch bei Chelsea hat sich nach Platz sechs in der Liga vieles geändert. Ob die Neuzugänge Eden Hazard, Oscar und der Deutsche Marko Marin die Blues zurück ins Meisterrennen schießen können, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Eine Schlüsselrolle soll dem Spanier Fernando Torres zukommen. „El Niño“ muss nicht nur die Tore, sondern auch die Aura eines Didier Drogba (nach China) vergessen lassen.

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Alles beim Alten ist hingegen beim FC Arsenal. Der letzte Titel datiert von 2005 (FA Cup) und der Superstar suchte erneut das Weite. Nach Cesc Fabregas vor einem Jahr ging mit Van Persie nun wieder ein Spieler, der sich auf Dauer nicht mehr mit der Philosophie des Klubs identifizieren konnte. Der einzige Unterschied: Mit Lukas Podolski, Olivier Giroud und Santi Cazorla wurden bereits im Vorfeld gestandene Spieler verpflichtet. Als Kandidaten auf einen Platz im Spitzenfeld gelten auch Tottenham, Liverpool und Newcastle.

Nach dem Abgang von Paul Scharner (zum HSV) hält nur noch Andreas Weimann die rot-weiß-rote Fahne auf der Insel hoch. Der U 21-Stürmer kämpft bei Aston Villa um einen Stammplatz.


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