Jäger-Neuwahlen kein Thema

Bei einer Besprechung am Montag will sich Landesjägermeister Berktold der Unterstützung seiner Vorstandskollegen versichern. „Mariazeller Erklärung“ bietet nächsten Zündstoff.

Von Mario Zenhäusern

Innsbruck –Neuwahl? Davon will Karl Berktold nichts wissen. Tirols Landesjägermeister, dem in den vergangenen Monaten drei Vorstandsmitglieder und der stellvertretende Landesjägermeister Stefan Zelger abhanden gekommen sind, sieht sich nach wie vor im Recht. „Wir pflegen in den Gremien des Jägerverbandes eine ausgeprägte Diskussionskultur, die ich gegen alle Störversuche verteidigen werde“, schreibt er in einer offiziellen Stellungnahme. Er verlange „Fairness und Diskussionen auf Augenhöhe. Ich werde es nicht dulden, dass rhetorisch versierte oder rechtskundige Menschen den anderen Funktionären des Verbandes, die wertvolle Arbeit leisten, respektlos oder unter Umgehung der Hierarchie begegnen.“

Laut Berktold findet bereits am Montag eine Besprechung mit dem Vorstand des Jägerverbands statt. Im Vordergrund steht dabei die Information über die jüngsten Vorkommnisse. Berktold: „Da gibt‘s noch viel zu sagen.“ Letztlich geht‘s aber auch um den Landesjägermeister selbst. „Ich werde die Vertrauensfrage stellen“, erklärt er, fest darauf bauend, dass der Vorstand zu ihm hält.

Das Land Tirol als Aufsichtsbehörde beobachtet das Treiben im Jägerverband derweil mit Interesse, aber gelassen. „Weil für den Landesjägermeisterstellvertreter kein Ersatz gewählt worden ist, haben wir angeregt, dass spätestens bei der Vollversammlung im März 2013 eine Nachwahl stattfindet“, erklärt HR Franz Krösbacher von der Jagd- und Fischereiabteilung, „ansonsten haben wir keinen Handlungsbedarf, weil der Jägerverband ja nicht handlungsunfähig ist.“

Berktold will an seinem bisherigen Kurs festhalten, obwohl ihm der verbandsintern nicht nur Lob eingebracht hat. Ein kleine, aber einflussreiche Gruppe sägt seit geraumer Zeit am Sessel des Jägerchefs. Der reagiert in seiner Stellungnahme kämpferisch, ohne freilich Namen zu nennen: „Das Störfeuer kommt aus einer kleinen, hauptstädtisch vernetzten Gruppe, die augenscheinlich Machtverlust befürchtet und damit der Jagd und dem Verband schadet. Dies ohne dabei zu bedenken, dass jede Attacke gegen die Verbandsführung am Ende der Sache abträglich ist.“ Er jedenfalls werde den Weg seines unmittelbaren Vorgängers weitergehen.

Die Ära, in der ein wortgewaltiger Landesjägermeister alle Mankos und Schwierigkeiten, mit denen die Jägerschaft zu kämpfen hatte, mit perfekter Rhetorik und populären Standpunkten zudecken konnte, ist vorbei, sagt Berktold: „Auch für jene, die davon profitierten!“

Unterdessen droht den Berk­told-Kritikern, die jede Beeinflussung der Jagd von außen ablehnen und den Dialog mit den Förstern am liebsten beenden würden, neues Ungemach. In der so genannten „Mariazeller Erklärung“ haben sich die höchsten Repräsentanten der Forstwirtschaft und sämtlicher Landesjagdverbände Österreichs zu einer gemeinsamen Vorgangsweise bekannt. Die Inhalte dieser Erklärung sind als kleinster gemeinsamer Nenner anzusehen, als Schulterschluss zwischen der Forstwirtschaft und den Jagdverbänden. Ziel sind ausgeglichene wald- und wildökologische Verhältnisse. Bereits im Herbst findet ein Wild-Wald- bzw. Forst-Jagd-Gipfel statt.


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