Die verrückte Welt des Frequency

Ob wahnwitzige Aktionen, irre Kopfbedeckungen oder markige Sprüche – Eindrücke der besonderen Art gibt es am Frequency zu genüge.

Vom Frequency Simon Hackspiel und Jan Hetfleisch

Ich kann es kaum in Worte fassen. Zu viel ist in den vergangenen Tagen an Verrücktheiten passiert. Zu viel habe ich über Menschen und Dinge gelacht, die mir über den Rest des Jahres so nicht begegnen werden. Das Frequency ist ein Sammelsurium an grenzgenialen und zugleich völlig absurden Ideen. Ein wahres Schaulaufen der Verrücktheit. (siehe Bildergalerie)

Ein kleines Beispiel gefällig: Unsere TT-Festivalcrew wurde gestern Opfer eines hinterhältigen Wasserbombenschleuder-Angriffs. Während wir, wie Hunderte andere auch, mit unseren Campingstühlen in der Traisen relaxten, schlug plötzlich eine Wasserbombe Robert den Radler aus der Hand. Wir mussten uns etwas anstrengen, um die Übeltäter auszumachen, erkannten sie aber spätestens, als sie sich für ihre nächste Attacke bereit machten. Etwa 40 Meter entfernt hielten zwei Typen die riesige Schleuder links und rechts fest, einer legte die Wasserbombe auf und spannte den Gummi bis zum Anschlag. Dann zischte das Ding wieder in unsere Richtung, erwischte diesmal aber einen unaufmerksamen Burschen, der durch den heftigen Aufprall samt Campingstuhl ins Wasser stürzte. Das Gelächter war groß, aber gefühlte hundert Bomben später, hatte es jeden zumindest einmal erwischt.

Nach dieser actionreichen Siesta, machten wir uns auf den Weg Richtung Green Stage (zweite Hauptbühne) wo die Band „Dispatch“ ihre gemütlichen Vibes verströmte. Doch schon bald war klar, dass das Schlafdefizit seinen Tribut fordern würde. Zeit für ein Nickerchen in der Wiese nahe der Space Stage. Dort wirbelten wenig später die Anhänger von „The Subways“ und „The Hives“ gehörig Staub auf.

Sandstürme und Gedächtnislücken

Wozu wir zum größten Problem des Festivalgeländes kommen. Dem Staub. Immer und überall schwirrt er herum, verklebt Nasen-, Rachen- und Augenschleimhäute. Die Haare fühlen sich bereits nach einem Tag an wie Filz. Naturdreadlocks quasi. Bei Wind wird’s besonders heftig, dann kommt das Ganze einem Sandsturm gleich.

Aber ich will ja eigentlich nicht jammern. Zu viele schöne Seiten hat dieses Festival. Die Offenheit der Menschen zum Beispiel. Gespräche mit eigentlich Fremden, die innerhalb von Sekunden zu Freunden werden, sind so zahlreich, dass ich sie mir kaum noch alle ins Gedächtnis rufen kann.

Nie vergessen werde ich hingegen den Auftritt der Rocker von „Korn“, Headliner am dritten Festivaltag. Spätestens bei den Klassikern „Freak On A Leash“ und „Falling Away From Me“ gab es kein Halten mehr. Die alten Rocker haben’s noch drauf. Auch Florian von der TT-Crew war begeistert, Robert allerdings konnte dem Spektakel nicht mehr in voller Aufmerksamkeit folgen. Seine Augen wurden immer schwerer. Schließlich zogen wir noch vor Ende der wirklich guten Show von dannen. Irina und Sophie trafen wir beim Zelt. Sie waren in der Zwischenzeit shoppen. Ob vom Einkaufen oder vom Headbangen – die Erschöpfung war uns allen ins Gesicht geschrieben. Deshalb wünschten wir uns rasch eine schlafreiche Nacht. Zelt zu, Schlafsack zu, Augen zu. Dream on …

Und hier noch eine Auswahl der bislang besten Festivalsprüche:

„Was machen denn die für einen Lärm, die langhaarigen Rabauken?“ (Der Osttiroler „Walde“ aus unserer Zeltnachbarschaft über die Band „Korn“)

„Solang es nicht scheiße ist, ist es geil. Ohne Scheiß!“ (jung, männlich, wienerisch - im vorbeigehen)

„Brian, did you forget to take your meds?“ (Schlachtgesang nach dem abgesagten Placebo-Konzert, gerichtet an den angeblich erkrankten Sänger Brian Molko und angelehnt an den Placebo-Song „Meds“)

„Wenn ihr irgendwo auf dem Gelände ein Handy seht - das ist mein‘s“ (Die Tiroler Zeltnachbarin Steffi ist verzweifelt)

„Hey du, kannst du meine Hoden fotografieren?“ (Junger Festivalfreak zu TT-Fotograf Jan Hetfleisch)


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