Fußball

Antisemitische Ausfälle bei Match in Budapest

Ungarische Fußballfans haben am vergangenen Mittwoch bei einem Match zwischen Israel und Ungarn in Budapest antisemitische Tiraden beim Abspielen der israelischen Nationalhymne „Hatikva“ ausgestoßen. Wie israelische Medien am Wochenende weiter berichteten, dauerten die Störaktionen während des gesamten Spiels an und sind auch in einem auf YouTube veröffentlichten Videoclip zu sehen.

Aus der Menge der ungarischen Fans waren Rufe wie „dreckige Juden“, „Buchenwald“ oder „Viva Mussolini“ zu vernehmen. Manche drehten während des Abspielens der „Hatikva“ dem Spielfeld den Rücken zu. Peter Morvay, Redakteur des ungarischen Privatsenders ATV, erklärte, die antisemitischen Ausfälle seien nicht nur von ein paar „Verrückten“ ausgegangen, der „ganze Haufen“ der Anhänger des ungarischen Teams habe sich so verhalten. Zudem seien palästinensische und iranische Fahnen geschwenkt worden.

Efraim Zuroff, der Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Israel, fordert bereits seit Jahren ein entschiedenes Vorgehen der ungarischen Behörden gegen den Antisemitismus im Lande. Vorfälle wie die während des Länderspiels seien Indizien für ein größeres Problem, nämlich einem wachsenden Antisemitismus. Dieser werde durch die ultranationalistische Jobbik-Partei ermutigt, die die ungarische Mittäterschaft an den Verbrechen des Holocaust leugne und Sympathien für die iranische Sicht auf Israel hege.

Wie die „Jerusalem Post“ kritisiert, hätten sich die ungarischen Behörden noch nicht für die antiisraelischen und antisemitischen Ausfälle während des sogenannten „Freundschaftsspiels“ am 15. August entschuldigt. Das Match endete übrigens 1:1.

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