Ein bisschen wie daheim - nur alles größer

Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen. So wie Mario Rinner von den SWARCO Raiders, der derzeit dem NFL-Team der Oakland Raiders über die Schulter schaut.

Liebe Leserinnen und Leser von TT.com,

nun bin ich bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in den USA. Und wie schon meine beiden ersten Reisen über den großen Teich soll auch diese etwas ganz Besonderes werden. Nachdem ich im Februar auf Hawaii geheiratet habe und im Juli als Coach mit der U19-Nationalmannschaft den 4. Platz bei der Weltmeisterschaft erreicht habe, verspreche ich mir von meinem Besuch im Trainingscamp der Oakland Raiders auch Großartiges.

Ich will hier etwas für die SWARCO Raiders lernen. Es ist, als würde ich nochmal in die Schule gehen. Ich will mir genau anschauen, was die Oakland Raiders anders oder besser machen als wir. Wo kann man sich verbessern? Wie bereiten sich die Amerikaner vor? Wie sehen sie bestimmte Dinge? Ich will mit vielen neuen Informationen und Antworten nach Hause kommen, um unsere Mannschaft in Innsbruck noch besser zu machen.

Bevor ich aber die ersten Eindrücke hier in Napa sammeln konnte, musste ich erstmal die lange Anreise überstehen. Ich bin erst am Freitagabend aus meinem Kroatien-Urlaub zurückgekehrt und schon am Samstagmorgen um 6 Uhr in den Flieger gestiegen, der mich über die Zwischenstation Frankfurt hier nach San Francisco bringen sollte. Aufgrund einer langen Schlange bei der Einreise und einer kleinen Odyssee mit dem Shuttle waren wir erst fünf Stunden nach Ankunft in unserem Hotel. Aber das hat schon alles gepasst.

Am nächsten Morgen ging es direkt nach Napa weiter. Hier sind wir sehr herzlich willkommen geheißen worden. Es gibt ja doch einige Mitarbeiter, die die SWARCO Raiders schon seit einigen Jahren kennen und verfolgen. Die Begrüßung fiel entsprechend freundlich aus. Wir wurden immer wieder gefragt, wie unsere Saison gelaufen ist. Einige wussten auch genau Bescheid, denn sie schauen regelmäßig raidersTV.

Am Nachmittag waren wir dann bei unserem ersten Training dabei. Das war schon sehr beeindruckend. Die NFL-Spieler sind sehr eindrucksvoll – von der Größe und vom Speed. Das war trotzdem komisch. Denn man kennt die NFL-Teams ja nur vom Fernsehen und plötzlich steht man direkt daneben und ist hautnah dabei. Es ist trotzdem witzig zu sehen, wie sehr sich die Trainingseinheiten hier und bei uns zuhause ähneln. Die Spieler sind größer und schneller, aber ansonsten waren es Jungs in schwarz und Silber, die ihr Training durchziehen. Das kenne ich von irgendwoher …

Trotzdem bin ich beeindruckt von allem hier. Das komplette Gelände hier, das erstklassige Hotel und die Rundumbetreuung sind klasse. Ich selbst habe ja bereits in der NFL Europe mit Leuten wie einem James Harrison gespielt, der ja eine beispiellose NFL-Karriere hingelegt hat. Dennoch beeindruckt es mich zu sehen, wie ein Team einfach ein halbes Hotel für sich einnehmen kann, sich komplett ausbreitet. Das kommt hier wie ein Wohnzimmer rüber. Man fühlt sich einfach wohl.

Ich freue mich schon auf die nächsten Tage und werde euch davon selbstverständlich viel berichten.

Servus, Euer Mario

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Zur Person: Mario Rinner fing vor 17 Jahren bei den SWARCO Raiders mit dem Football spielen an. Der Nationalspieler Österreichs gehört seit vielen Jahren zu den besten Defensivakteuren Europas. 2004 wurde er als Outside Linebacker zu Düsseldorf Rhein Fire in die NFL Europa eingeladen. Rinner gewann drei Mal den Austrian Bowl (2004, 2006, 2011), den EFAF-Cup (2004) und drei Mal den Eurobowl (2008, 2009, 2011) mit den SWARCO Raiders. 2004 und 2006 wurde er zum Defensive MVP der Austrian Football League (AFL) ernannt. Seit zehn Jahren gehört er zum Coaching Staff der Tiroler. Für TT.com schreibt Rinner über seine Erlebnisse im Trainingscamp der Oakland Raiders, dem Partnerteam der SWARCO Raiders.


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