Mit Volldampf zum gesunden Menü

Einfach, schnell und gesund – die Vorzüge des Dampfgarens überzeugen immer mehr Köche. Vom Babybrei bis zum kompletten Gourmet-Menü reicht die Palette. Für Knödel gibt es eine Geling-Garantie.

Von Stefanie Kammerlander

Innsbruck –Locker zerteilt die Gabel den flaumigen Tiroler Knödel, die zwei Hälften liegen da, als würden sie für ein Vier-Hauben-Magazin fotografiert werden. Ein Bild, wie es in Vor-Dampfgarzeiten einfach niemals zustande gekommen ist.

Wer in Tirol lebt, sollte schließlich auch Tiroler Knödel machen können. „Da ist doch nichts dabei“, war die Standard-Antwort. „Mehl und Brösel gibt man nach Gefühl dazu, dann spürt man beim Drehen der Knödel, ob noch etwas fehlt“, erklärten mir die besten Köche und Hausfrauen. Das Gefühl wollte sich partout nicht einstellen.

Auch genaues Abwiegen nach Rezept brachte stets das gleiche Ergebnis: Semmelwürfel-Fischen im siedenden Wasser. Bis ein Geheimtipp das unwürdige Knödel-Kochen für lange Zeit begrub: die Zubereitung in der Mikrowelle. Das Ergebnis war ein tennisballähnliches, gummiartiges Gebilde, das sich auch quetschen ließ – um schließlich wieder in die Ausgangsform zurückzukehren. Aus, Schluss, das war‘s dann!

Bis der Dampfgarer in die Küche einzog und mir selbst Bäuerinnen versicherten, dass sie Knödel aller Art nur noch im Dampfgarer zubereiten. Pilz-, Schwammerl-, Marillen- oder Tiroler Knödel sind seither ein Kinderspiel.

Dampfgaren ist eine der ältesten Zubereitungsmethoden, die dank moderner Technik auch in heimischen Haushalten immer beliebter wird. Um in das Dampfgar-Geschehen einzusteigen, genügt ein Dämpfeinsatz in einem normalen Kochtopf, der gut verschließbar ist. Etagenkochtöpfe, Bambuskörbe oder kostengünstige kompakte Dampfgarer sind für „Einsteiger“ bestens geeignet. Bequemer in der Handhabung sind Dampfgar-Standgeräte, die man in Küchen einfach auf Arbeitsplatten stellt. Professionelle Einbau-Dampfgarer sind die großen Renner bei allen Küchenausstattern.

Allen gemeinsam ist, dass sie nach dem gleichen Prinzip arbeiten: Lebensmittel werden langsam und nährstoffschonend im Wasserdampf gegart. Die Liebe zum Dampfgaren beginnt meist mit Gemüse. Karotten schmecken plötzlich nach Karotten, der Kohlrabi nach Kohlrabi, obwohl beide gemeinsam gedämpft wurden. Die kulinarische Erlebniswelt ist um eine Facette reicher. Nichts kann auslaugen oder verkochen und die Zeit des Garens kann für andere Tätigkeiten verwendet werden. Wichtig ist nur, dass genügend Wasser im Behälter ist.

Ist die Gemüse-Phase erst einmal ausgereizt, kann mit allen Lebensmitteln experimentiert werden. Vom Fisch über Huhn bis zu allen Fleischsorten, von Kartoffeln über Reis bis zu allen Getreidearten. Sogar Nachspeisen wie Schokosoufflés oder Marillenknödel gelingen im Handumdrehen.

Trotz unzähliger Vorteile ersetzt das Dampfgaren natürlich nicht alle Zubereitungsarten. Wer beim Schweinsbratl eine knusprige Kruste möchte, wird ein Backrohr brauchen. Aber dazu passt ein flaumiger, zarter Semmelknödel, dampfgegart. Mahlzeit!


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