Rund um die Welt bis in die Tassen

Kaffeegenuss erscheint uns heute als etwas absolut Selbstverständliches, die Geschichte des Kaffees ist aber vielen Liebhabern nicht bewusst. Das gute alte Kaffeeservice feiert übrigens trotz Nespresso und Co. fröhliche Urständ.

Von Ursula Philadelphy

Kaffee. Von schwarz bis hellbraun ziehen sich die Varianten in den unterschiedlichen Größen. Espresso, Ristretto, Macchiato, Cappuccino, Café Latte heißen sie heute ganz trendig. In Wiener Kaffeehäusern gibt es Mokka, Verlängerten, Einspänner, Kapuziner, Melange, Franziskaner, einen Maria Theresia uvm. Spezialitäten, die man zwar nicht täglich trinkt, die aber zur österreichischen Kaffeehauskultur gehören.

Seit wann gibt es nun Kaffee in unseren Breiten und woher kommt er? Den ersten Kaffee gab es nachweislich in Äthiopien; die Region Kaffa im Südwesten des Landes wurde bereits im 9. Jahrhundert diesbezüglich erwähnt. Im 14. Jahrhundert kam der Kaffee durch Sklavenhändler nach Arabien, der Jemen entwickelte sich zur Handelsmetropole. Im 16. Jahrhundert eroberte der Zaubertrank schließlich das Osmanische Reich. Die ersten Kaffeehäuser entstanden in Mekka und Kairo, 1554 folgte Istanbul. Ende des 16. Jahrhunderts wurde allerdings ein Kaffeeverbot erlassen und erst 1839 durfte offiziell wieder Kaffee getrunken werden.

In Europa hatte Paris die Nase vorne – das erste Kaffeehaus eröffnete 1643, zwei Jahre später folgte Venedig, 1650 schließlich Oxford und 1652 London. In Wien erhielt ein Armenier namens Johannes Theodat 1685 die erste Konzession zur Kaffeeausschank und bis 1700 vergab Kaiser Leopold I. noch fünf Konzessionen. 100 Jahre später gab es bereits 89 Kaffeehäuser in Wien, nach dem Wiener Kongress über 150.

Nespresso hat zwar im 21. Jahrhundert die Kaffeekultur verändert, wer aber nicht dem Aluminiumwahnsinn erliegen will und auch nicht bereit ist, abartig hohe Kilopreise für Kaffee zu berappen, braucht auch heute noch ein Kaffeeservice. So manche international renommierten Designer widmen sich deshalb regelmäßig dem Thema und erweitern kontinuierlich das Angebot.

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Edle Service finden sich quer durch die Bank bei allen großen Porzellanmanufakturen. Die Palette reicht von distinguierten, klassischen Modellen über fröhlich-bunte bis zu ausgefallenen Entwürfen oder üppigem Design. Für absolut jeden Geschmack findet sich etwas, um eine Kaffeeeinladung adäquat zu zelebrieren oder zu einem gemütlichen Kaffeeplausch zu laden.

Bei Augarten etwa reichen die Formen und Dekore von den klassischen Streublumen und Ranken bis zum berühmten Entwurf von Josef Hoffmann oder einem weiß-gold-schwarzen Art-Déco-Modell. Bei Rosenthal findet man ein üppig gestaltetes Service in Cremeweiß mit Gold, bei dem Henkel, Deckelknöpfe und Ausgussschnabel der Kanne als Vogelköpfe gestaltet sind. „Sheherazade“ brilliert mit arabeskenhaftem Design und der edlen Farbkombination Schwarz-Grau-Weiß-Gold.

Wer es bunter mag, landet vielleicht bei dem fröhlichen Design von „Love Story“, für das Dorothy Hafner und Kitty Kahane verantwortlich zeichnen. Üppige Buntheit bietet einmal mehr Versace, dessen Kaffeeservice „La mer feature“ mit Korallenzweigen und Muscheln in verschiedenen Blautönen, Türkis, Rot und Gelb daherkommt. Wen wundert es da noch, wenn die Griffe goldene Flossen sind.

Extrem edel, von der Form her ungewöhnlich, mit exquisit ausgearbeiteten Henkeln und einem asiatischen Touch präsentiert sich Patricia Urquiolas Service mit dem Dekor „Shibori“. Klassisch die Farbgebung in Weiß und Blau. Fernöstlich beeinflusst ist auch das Service von Ruth Gurvich für Nymphenburg. Es erinnert mit seinen Ecken und Kanten an gefaltetes Papier – perfekt in Porzellan umgesetzt – und ist überaus charmant.


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