Gefahr des Ethalbachs wird gebannt

Nach der Verbauung des Bachs leben knapp 300 Hattinger nicht mehr in der gelben Zone. Das Projekt verschlingt 790.000 Euro.

Von Sabine Kuess

Hatting –Schutz vor Muren und Überschwemmungen – ein Anliegen vieler Gemeinden. Der Wunsch ist nach den vergangenen Unwettern vielerorts stärker denn je. Umso erfreuter zeigt sich der Hattinger Bürgermeister, Dietmar Schöpf, über die Fortschritte beim Verbau des Ethalbachs in seiner Gemeinde.

Die Planung begann bereits im Jahr 2005, im Vorjahr starteten die baulichen Maßnahmen und noch heuer soll die erste Baustufe abgeschlossen sein. „Wenn das Hauptbauwerk fertig ist, bin ich sicher, dass die Sicherheit für die Unterliegergemeinde auf alle Fälle gegeben ist“, betont Florian Riedl von der Wildbach- und Lawinenverbauung Mittleres Inntal gestern im Gespräch mit der TT. Beim Ethalbach handelt es sich um einen Wildbach, der zwar nicht immer Wasser führt, aber „die Situation ist schwer abzuschätzen. Der Einzugsbereich ist eine reine Schotter- und Lehmansammlung, dort ist viel lockeres Material. Der Boden ist ähnlich dem im Inzinger Tal, wo vor Kurzem die Mure herunterkam“, erklärt Bürgermeister Schöpf die Notwendigkeit der Verbauung. Der Ethalbach bedroht ein Viertel des Hattinger Siedlungsgebietes, es kam immer wieder zu Vermurungen durch den Bach, betont Schöpf. Auch bei solch starken Unwettern wie am Montagabend bestehe eine Gefahr für die Siedlung. Durch die Verbauung kommen laut BM Schöpf in etwa 250 bis 300 Personen, das sind knapp 70 bis 80 Haushalte im Ortsteil Puite, aus der gelben Zone. „Der Gefahrenzonenplan wird danach neu bewertet“, macht Schöpf auf den zusätzlichen Mehrwert des Projekts aufmerksam.

Im ersten Bauabschnitt wird eine Hochwasserretensionsanlage gebaut, um überschüssiges Wasser zurückzuhalten. Der Staudamm soll im Herbst fertig gestellt werden. Die letzten zwei Baustufen sollen bis 2014 umgesetzt sein. Insgesamt kostet die Schutzverbauung im Ethal rund 790.000 Euro, 22 Prozent (174.000 Euro) muss die Gemeinde mithilfe von Bedarfszuweisungen tragen. Den Rest zahlen Bund (58 Prozent) und Land (20 Prozent). Manfred Pittracher von der WLV rechnet aber damit, dass die Kosten um 80.000 Euro überschritten werden.

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