Somalische Olympia-Athletin als Bootsflüchtling gestorben

Samia Yusuf Omar soll auf einem Flüchtlingsboot bei der Reise von Libyen nach Europa ums Leben gekommen sein.

Wien - Die somalische Leichtathletin Samia Yusuf Omar (21) ist offenbar schon vor längerem beim Versuch, auf dem Seeweg zu den Olympischen Spielen in London 2012 zu kommen, verschollen. Laut Omars Landsmann Abdi Bile soll die junge Sportlerin, die 2008 in Peking die Fahne ihres Landes getragen hatte, auf einem Flüchtlingsboot bei der Reise von Libyen nach Europa ums Leben gekommen sein.

Omar hatte laut dem früheren 1.500-m-Weltmeister den Weg nach Europa auf eigenen Antrieb in Angriff genommen, weil unklar war, ob das seit 20 Jahren vom Bürgerkrieg zerrüttete, ostafrikanische Land überhaupt Sportler zu den Spielen in London (27. Juli bis 12. August) schickt. Abdi Bile hatte laut mehreren italienischen Zeitungen, darunter der Gazzetta dello Sport und dem Corriere dello Sport, vom Unfall seiner jungen Landsfrau bei einer Feier für den britischen Doppel-Olympiasieger Mohamed Farah, der ebenfalls in Somalia geboren wurde, erzählt.

Samia Yusuf Omar, die in ihrer Heimat unter äußerst erschwerten Bedingungen trainieren musste, war 2008 in Peking über 200 Meter in 32,16 Sekunden im Vorlauf ausgeschieden. Die damals 17-Jährige war dennoch von den Zuschauern gefeiert worden. (APA)


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