Kufstein wird noch umweltbewusster

Die Stadt Kufstein ist auf dem besten Weg als energieeffiziente Gemeinde das fünfte „e“ zu erreichen. Möglich machen soll das ein Energieentwicklungsplan und das Augenmerk auf die sanfte Mobilität.

Von Michael Mader

Kufstein –„Wir wollen Gold für Kufstein“, sagt Stefan Hohenauer. Dem Gemeinderat und Obmann des Ausschusses für Umweltschutz geht es allerdings nicht darum, olympische Ehren in die Festungsstadt zu holen, sondern unter anderem um die Verringerung des Energieverbrauchs.

Die Stadtgemeinde wurde nämlich im Jahre 2009 von der österreichischen e5-Kommission bewertet und konnte bei dem Programm für energieeffiziente Gemeinden einen Erfüllungsgrad von nahezu 65 Prozent erreichen, was wiederum der Verleihung von vier „e“ entspricht. „Unser Ziel ist aber natürlich das fünfte ,e‘ und somit der European Energy Award in Gold, der bei einem Erfüllungsgrad von 75 Prozent verliehen wird“, erklärt Hohenauer.

Durch eine kontinuierliche Arbeit im Umweltbereich soll dieses Ziel Schritt für Schritt erreicht werden. Grundlage sei ein klares Bekenntnis zur Umweltstadt Kufstein. Und man sei auf dem besten Wege dahin.

Ein Hauptaugenmerk gilt dabei dem Energieentwicklungsplan der Stadt. „Der stammt nämlich aus dem Jahre 1997 – eine Tatsache, die beim letzten Audit von den Betreuern kritisiert worden ist“, weiß Hohenauer. In Kooperation mit den Stadtwerken und der Fachhochschule Kufstein werde derzeit der neue Energieentwicklungsplan „eKU – energieeffizientes Kufstein“ unter dem Motto „Energie sparen – Effizienz steigern – Klima schützen“ erstellt. In der ersten Projektphase wurden die Energieverbräuche in Kufstein mit den dazugehörigen Energieträgern analysiert.

Vorgesehen ist weiters die Erstellung eines Leitbildes mit mittelfristigen Minderungszielen in der kommunalen Energie- und Klimapolitik. Hohenauer geht es aber nicht nur darum, dass städtische Betriebe die Ziele umsetzen, sondern dass auch in der Bevölkerung ein entsprechendes Bewusstsein geschaffen wird: „Wir wollen mit gezielten Förderungen auf dieses Thema losgehen.“ Erklärtes Ziel sei zudem, dass auch Wohnbauträger vermehrt auf diesen Zug aufspringen und das Passivhaus in der Stadt Kufstein quasi zum Standard wird.

Ein weiterer Schwerpunkt zur „Goldmedaille“ ist das Aktivitätenprogramm zum Ausbau der sanften Mobilität. Das beinhaltet u. a. den Ausbau der so genannten „Grünen Achsen“. „Dabei wurden speziell ausgeschilderte Fahrradwege auf verkehrsarmen Straßen im gesamten Stadtgebiet eingerichtet. Die ‚Grünen Achsen‘ sollen in weiterer Folge zum ‚Grünen Netz Kufstein‘ ausgebaut werden“, sagt Hohenauer. Entsprechend den Empfehlungen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie soll das Beschilderungs- und Leitsystem erweitert sowie die Infrastruktur für den fließenden und den ruhenden Radverkehr weiter verbessert werden.

Konkret geht es darum, dass die Schilder auch mit Zeit- oder Entfernungsangaben zu den wichtigsten Punkten im Stadtgebiet versehen werden. Weiters soll ein Konzept erstellt werden, damit die „Grünen Achsen“ auch auf den Fußgängerverkehr angewandt werden können. Greift das Konzept, müsste auch der Ausbau von Fahrradabstellanlagen und die Anschaffung von Rad-Servicestationen vorangetrieben werden. Für Hohenauer wäre sogar eine Ausweitung des Radwegenetzes bis Söll-Ellmau denkbar: „Das kostet aber viel Geld und geht nur in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden.“

2013 ist das nächste Audit, dann wird man sehen, ob es für „Gold“ gereicht hat.