Haimings Bürgermeister setzt auf Barzahlung

Haiming braucht weder eine Kommanditgesellschaft (KG) noch eine Fremdfinanzierung, um die aktuellen Bauvorhaben bezahlen zu können.

Von Bernhard Stecher

Haiming –In Ochsengarten soll eine neue Feuerwehrhalle gebaut werden. Im Ort selbst wird gerade die Hauptschule aufwändig umgebaut und auch das Projekt einer neuen Wasserversorgungsanlage steht vor der Tür. Dies sind Vorhaben, für deren Verwirklichung es beträchtliche finanzielle Mittel benötigt – allein der Hauptschulumbau kostete letztes Jahr und heuer 2,2 Millionen Euro.

Während sich andere Gemeinden in ähnlichen Fällen um Kredite bemühen und alles versuchen, um steuerschonend zu bauen, tickt Haiming anscheinend anders – lange Zeit sehr zum Missfallen der Haiminger Oppositionspolitiker, die Bürgermeister Josef Leitner Untätigkeit vorwarfen. Wie von der Tiroler Tageszeitung berichtet, kritisierten sie, dass er es verabsäumt habe, KGs zu gründen.

Nun holte der Gemeindechef zu einem finanzmathematischen Gegenschlag aus und dürfte damit seinen Kritikern den Wind aus den Segeln genommen haben. Jedenfalls wurde das von Leitner vorgestellte Finanzierungsmodell bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einstimmig abgesegnet.

Das neue Konstrukt sieht vor, die für den Bau der Ochsengartner Feuerwehrhalle vorgesehenen Eigenmittel von 350.000 Euro zugunsten des Hauptschulumbaus umzuschichten. Der Vorteil: Während die Einrichtung der Florianijünger in weiterer Folge über eine Leasingvariante finanziert wird, kann das Schulprojekt so zum allergrößten Teil aus Barmitteln beglichen werden.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Leitner: „Dabei spielt es uns in die Hand, dass das Grundstück der Feuerwehr günstig geschätzt wurde und bei der Hauptschule von Haus aus keine Leasingvariante in Frage gekommen wäre, weil hohe Grunderwerbs- und Körperschaftssteuern anfallen würden.“ Die Gegenüberstellung der Leasingvariante mit der Ausgliederung in eine KG brächte laut Leitner beim Feuerwehrhaus „in Anbetracht des dahintersteckenden Aufwandes und unter der Annahme desselben Zinssatzes wie beim günstigen Kommunalkreditleasing keinen nennenswerten Unterschied“.

Und beim Schulumbau gebe es halt einmal keine billigere Variante als die über den Weg der Barzahlung, das sei eine alte Weisheit. Er, Leitner, sei überdies froh, dass man sich seitens der Gemeinde im Gegensatz zu manch anderen niemals in die Fänge einer Fremdfinanzierung begeben habe. Möglicherweise kurzfristigen Vorteilen stehe hier eine bedenkliche Gesamtbilanz gegenüber. Da bleibe er schon lieber bodenständig, am besten nach dem Motto: „Nur Bares ist Wahres!“, meinte Leitner.


Kommentieren