Steixner macht bei S-Bahn Dampf

Das Land Tirol ist einem großen Wunsch ein Stück näher gerückt. Mit den ÖBB wird wieder über weitere Haltestellen bei der Inntal-S-Bahn verhandelt. Das beiderseitige Ziel ist ein konkreter Zeitplan bis Jahresende.

Von Christoph Mair

Innsbruck –Den Baustellenbesuch von ÖBB-Vorstandschef Christian Kern am 9. August auf der Brennerstrecke nützte LHStv. Anton Steixner (VP) auch, um den Bahn-Boss für weitere, künftige Baustellen in Tirol zu gewinnen.

Ganz oben auf Steixners Wunschliste als politisch Verantwortlicher für den öffentlichen Nahverkehr stehen dabei fünf zusätzliche Haltestellen­ für die S-Bahn im Inntal. Darüber wurde auch in der Vergangenheit schon diskutiert­. Zusätzliche Stationen, etwa im Gewerbe­gebiet von Thaur, bei der Messe Innsbruck­ oder beim Wifi, würden die Passagierströme entflechten und den Hauptbahnhof als Knotenpunkt entlasten, ist Steixner überzeugt. „Kern hat eingesehen, dass wir bei Investitionen in die S-Bahn nicht stehen­bleiben dürfen, auch weil Tirol ein verlässlicher Partner ist und wir uns um Lösungen bemühen.“

Als ersten Schritt will Steixner­ rasch eine Untersuchung in Auftrag geben, welche Auswirkungen mehr Haltestellen auf die Fahrgastzahlen hätten. Das soll mit einer Mischung aus Fahrgastbefragungen und einer Analyse der Firmenstrukturen in den jeweiligen Bereichen passieren. „Noch heuer will mir Kern dann definitiv sagen, welche Haltestellen wann gebaut werden“, betont Steixner.

Er persönlich erachtet die Stationen Messe und Wifi als die wichtigsten, die vorgezogen werden könnten. Könnten, denn noch fehlt eine Finanzierung für das Projekt: Einer ersten Schätzung zufolge würden fünf Haltestellen, die im Verhältnis 80:20 von Bahn und Land Tirol finanziert werden müssten, ca. 20 Millionen Euro kosten. Geld, das derzeit im Investitionsplan der ÖBB für Tirol nicht eingeplant ist.

Deshalb ist man bei der Bahn auch nicht ganz so euphorisch wie Tirols Nahverkehrslandesrat. Allerdings bestätigt auch Pressesprecher Christoph Posch die konkrete Absicht, sich noch heuer mit dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) auf eine Planungsvereinbarung zu einigen. Soll heißen, auf eine Aufteilung der Kosten für die Planung der Haltestellen: „Die S-Bahn in Tirol ist ein Erfolgsmodell, das wir weiter gemeinsam ausbauen wollen.“


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