Natur

Auch Tiroler Bergausrüster ruft nach Alpinunfall Klettersets zurück

„Colt“ und „Hydra“ erreichen bei einer Langzeitbelastung nicht die Normalwerte, hieß es in der Begründung. AustriAlpin bittet daher um Rücksendung der Klettersteigsets.

Innsbruck - Einige Tage, nachdem der Allgäuer Bergausrüster Edelrid mehrere Klettersteigsets zurückgerufen hat, ist auch ein Tiroler Ausrüster nachgezogen. Von der Aktion sind die Klettersteigsets Colt und Hydra (Artikel Nr. AS90C, AS93C) betroffen. „Vermutlich dürfte die Problematik beim Material liegen, weshalb die Normalwerte nach Langzeit-Belastungstests nicht erreicht wurden“, erklärte eine Sprecherin der AustriAlpin Vertriebs GmbH auf Anfrage der APA am Mittwoch.

Bei diesen Tests habe man festgestellt, dass die elastischen Karabinerarme bei starkem Gebrauch vereinzelt die Normanforderungen nicht mehr erfüllen, hieß es in der Begründung. „Wir raten daher dringend von weiterem Gebrauch der vom Rückruf betroffenen Klettersteigsets ab und bitten um Rücksendung an AustriAlpin“, ersuchte der Bergausrüster auf seiner Homepage.

Grund für die Überprüfung sei gewesen, dass man den selben Zulieferer wie Edelrid habe, erläuterte die Sprecherin, die Konstruktion sei allerdings anders. Es könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Bergausrüster nachziehen.

AustriAlpin ersuchte die Besitzer der Sets, sich bei Fragen telefonisch unter (0)5225/65248 oder per Email recall@austrialpin.at an das Unternehmen zu wenden. In einem weiteren Schritt werde man jedes Set einer sicherheitstechnischen Überprüfung unterziehen, die Karabinerarme austauschen und wieder an die Kunden zurücksenden, hieß es. Für die Rückrufaktion bei Edelrid ausschlaggebend war ein tödlicher Kletterunfall in Walchsee am 5. August. Dabei rissen beide Schlauchbänder des Klettersteigsets eines 17-jährigen Deutschen, der infolgedessen mehr als 100 Meter über senkrechtes Felsgelände abstürzte und starb. (APA)

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