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Nach Brot bald auch Milch teurer

Molkereien machen Druck für höhere Milchpreise im Handel. Krach um Brotpreis-Erhöhung.

Innsbruck, Wien –Die Milchpreise dürften demnächst steigen: Österreichs Molkereien wollen den Handel zu höheren Milchprodukt-Preisen bekehren. Die erst Ende Juli vom Handel gesenkten Preise etwa für länger frischer Milch dürften schon im Herbst wieder anziehen. „Die Märkte zeigen nach oben, im Herbst gibt es grundsätzlich die Tendenz zu weniger Milch. Vor allem bei Butter muss der Preis wieder auf das richtige Niveau angehoben werden“, erklärte Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Viele Bauern würden wegen steigender Futtermittel- und Treibstoffpreise klagen. „Wir sind dahingehend laufend in Gesprächen mit dem Handel.“ Butter sei um 20 Cent pro Viertelkilo zu billig. Im Juli war ein Diskonter vorgeprescht und hatte die Preise für Topfen, Sauerrahm, haltbares Schlagobers und Milch zwischen 4 und 10 Cent pro Portion gesenkt. Andere Ketten waren nachgezogen.

Krach herrscht unterdessen um die bevorstehende Preissteigerung bei Brot. Nachdem ein Preissprung bei Mehl bekannt wurde, kündigten auch die Bäcker eine Anpassung der Preise im Herbst an. Die Arbeiterkammer kritisierte nun, dass der Rohstoffeinsatz bei Brot lediglich 2 bis 7 % ausmache – kein Grund also für eine saftige Preiserhöhung. Tirols Bäcker-Innungsmeister Max Wurm lässt dies nicht gelten: Der gesamte Rohstoff-Einsatz mache 20 bis 25 % aus, der Mehlanteil liege bei 7 bis 8 %. Allerdings würden auch die Kosten für Gas, Strom, Sprit und Öl steigen. Den größten Brocken würden die Löhne mit 50 bis 60 % der Gesamtkalkulation ausmachen. (wer, er, APA)

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