Standort Tirol

Im Sauseschritt gemeinsam zum Erfolg

Laufen mit Kollegen ist bei immer mehr Tiroler Firmen verbreitet. Mehr als 2000 Läufer und Walker werden am 11. Tiroler Firmenlauf im September teilnehmen. Aus Spaß an der Freud, aber auch mit sportlichem Ehrgeiz.

Von Stefan Bradl

Innsbruck –Die Idee, Kollegenteams in einen Wettlauf zu schicken, stammt ursprünglich aus den USA, findet aber auch in Europa zunehmend ihre Anhänger. So verzeichnen die großen Firmenläufe in London, Frankfurt oder München mittlerweile mehrere zehntausend Teilnehmer. In diesen Dimensionen bewegt sich die Veranstaltung in Innsbruck nicht ganz, Tirol-Initiator Ivo Kaltschmid rechnet jedoch heuer mit einem neuen Rekord an Anmeldungen: „Ferienzeitbedingt warten viele Firmen bis Ende August mit ihren Nennungen. Wenn ich aber die reservierten Zelte und Meetingpoints als Indikator nehme, dürften wir heuer die 2000er-Marke überschreiten.“

Damit es für all diese Hobbysportler rund läuft, ist Kaltschmid schon seit Monaten beim Organisieren, wobei die intensiven Vorbereitungen nun erst so richtig losgehen. „Die 5-Kilometer-Strecke für die Läufer wird demnächst fixiert“, erklärte er. Wahrscheinlich werde sie heuer durch andere Straßen führen als im Vorjahr. Und für die Nordic-Walker muss die Richtzeit festgelegt werden, an Hand derer die Siegerteams ermittelt werden. „Das macht ein ausgebildeter Walking-Instructor“, fügte Kaltschmid an.

Auch beim Rahmenprogramm liegt die Arbeit in den vielen kleinen Details, vom Warm-up bis zur Tombola sind Entscheidungen zu treffen. „Der Firmenlauf soll ja gleichermaßen ein sportliches wie ein soziales Erlebnis sein“, sagt der Organisator. „Gerade dass man danach noch ein wenig zusammensitzt und Erfahrungen austauscht, gehört dazu.“

„Gesundheit, Spaß und Geselligkeit“ – diese Argumente nennen Teilnehmer am häufigsten, wenn sie nach ihrer Motivation für den Lauf gefragt werden. Dagmar, die in einem von rund 25 Teams der Stadt Innsbruck laufen wird, schätzt die Möglichkeit, beim Rennen und in den Stunden danach eine nette Zeit zu verbringen. „Ich habe schon das Ziel, eine gute Zeit zu laufen, dafür trainiere ich in den Wochen vorher ein wenig. Aber wichtiger ist mir der Spaß mit Kollegen und auch mit den anderen Mitläufern.“

Das sieht auch Mitarbeiter Alois ähnlich, der wie Dagmar zum wiederholten Mal am Rennen teilnimmt. „Meine Hauptmotivation ist die Freude am gemeinsamen Erlebnis, Leistungsdruck gibt es da für mich keinen.“ Der Lauf sei jedoch auch ein guter Anlass, trotz diverser Operationen weiter sportlich aktiv zu bleiben. Und Kollege Markus ergänzt: „Im Vordergrund steht natürlich die Gaudi, aber eine bessere Zeit als letztes Jahr darf schon drin sein.“

Läufer Eduard bietet im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge des Stadtmagistrats seit sechs Jahren Lauf- und Walking-Kurse an. „Der Firmenlauf ist ein kleines Highlight dieses Programms, weshalb ich vorher auch ein 5-Kilometer-Training anbiete. Es geht jedoch nicht um Geschwindigkeitsrekorde, das Motto der städtischen Teams lautet: Dabei sein ist alles.“

Dass der sportliche Wettkampf nur bei den allerwenigsten Teilnehmern eine Rolle spielt, bestätigt Organisator Kaltschmid. „Trotzdem wurde mir schon von mehreren Seiten erzählt, dass der Firmenlauf Anstoß war, sich mit Bewegung und Gesundheit auseinanderzusetzen.“ In manchen Unternehmen wurden eigene Sportgruppen gegründet, andere Teilnehmer haben individuell einen neuen Zugang zum Laufen gefunden.

Für Mario von der Hypo Tirol, deren angepeilte 111 Teams dieses Jahr zusätzlich die Aktion „Kindern eine Chance“ unterstützen, vereinen sich in der Veranstaltung drei positive Aspekte: Gesundheit, gesteigerte Leistungsfähigkeit und Spaß im Team. „Sport schafft, so bin ich überzeugt, idealen Ausgleich für beruflichen und privaten Druck.“

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