Die Jugend forscht in Schwaz

Auf das ULZ Schwaz kommt eine schwere Saison in der Handball Liga Austria zu.

Von Tobias Waidhofer

Schwaz –Obwohl Thomas Lintner eigentlich Sympathien für Newcastle United hegt, kann der ehemalige Trainer und nunmehrige Sportdirektor der ULZ Schwaz dem Vergleich mit Manchester-United-Boss Alex Ferguson durchaus etwas abgewinnen. „Das Modell geht schon ein bisschen in diese Richtung“, lacht Lintner, wenn er über seine neue Rolle spricht. Die Aufgabenstellung ist vielfältig: „Ich will nah an der Mannschaft dran sein. Meine Aufgabe ist es aber auch, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Hochleistungssport in Schwaz dauerhaft möglich machen.“ Das sportliche Tagesgeschäft übernimmt Erwin­ Gierlinger, der bereits seit 2011 für Schwaz arbeitet.

Das ist aber nur eine von vielen Neuerungen beim Cupsieger von 2011. Insgesamt fünf Abgänge muss Neo-Trainer Gierlinger verkraften. Im Gegensatz zu den Rücktritten von Kapitän Philipp Pöhl, Dimitrijs Braznikovs, Mindaugaus Andriuska und Thomas Lechner sorgte der Abgang von Sebastian Feichtinger (Krems) für Aufregung.

„Wir sind mit der Art und Weise nicht glücklich. Wir haben eine Beschwerde beim Verband eingereicht“, erklärt Lintner. Böses Blut soll es aber keines geben. „Sebastian hat seine Zukunft woanders gesehen. Das ist legitim. Wir kämpfen aber um unser Recht“, so Lintner. Neben vier Eigenbauspielern (Gostner, Hechenblaikner, Hochleitner und Klötzel) soll vor allem der einzige externe Neuzugang, Dusan Beocanin (SER), für einen Qualitätssprung sorgen. Der 21-Jährige spielte bereits in der Champions League und soll im linken Rückraum wirbeln. „Ich will mit Schwaz das Überraschungsteam in Österreich werden“, weiß Beocanin bereits, dass die Schwazer als Außenseiter gelten.

„Wir haben eine sehr junge Mannschaft und schauen von Spiel zu Spiel“, verweist Gierlinger auf das Durchschnittsalter von 22,5 Jahren. Eine offizielle Zielvorgabe wird nicht ausgerufen. „Wir wollen die Großen ärgern“, meint Gierlinger. Dies müssen die Silberstiere zum Start (1. September/Fivers) ohne ihre Teamspieler Andreas Lassner (Schulter) und Fabian Posch (Sprunggelenk) tun. Die beiden Kreisspieler drohen auszufallen. Dafür ist Neo-Kapitän Kresimir Marakovic in Topform. „So gut habe ich ihn noch nie gesehen“, schwärmt Lintner. Ein gutes Zeichen.